2. Prädiktive Hedonik

Verständnis, Vorhersage und Modulation von peripheren Rezeptions- und Codierungsmechanismen der Chemosensorik und Entwicklung von Grundlagen für intelligente Mensch-Maschine-Schnittstellen und Chemosensoren mit humaner Leistungsfähigkeit.

Was entscheidet darüber, wie wir ein Lebensmittel sensorisch bewerten? Lässt sich bereits vorab anhand der Lebensmittelinhaltsstoffe und der Art und Weise der Produktion feststellen, wie es dem Verbraucher schmeckt? Um diese Fragen zu beantworten, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-LSB@TUM die biomolekularen Mechanismen der menschlichen Chemosensorik, die vor allem durch den Geruchs- und Geschmackssinn sowie durch trigeminale Reize geprägt sind. Mit ihrer Forschung tragen sie dazu bei, besser zu verstehen, wie die in Lebensmitteln enthaltenden sensorischen Effektorsysteme mit peripheren Chemorezeptoren in Mund und Nase interagieren und welche Codierungsmechanismen die chemosensorischen Reize in neuronale Aktivitätsmuster umwandeln. Basierend auf diesen Erkenntnissen wollen sie mit Hilfe leistungsstarker Analysetechniken klären, wie sich die hedonische Bewertung von Lebensmitteln aus der molekularen Signatur ihrer Inhaltsstoffe besser vorhersagen lässt. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Produktions- und Verarbeitungsprozesse für die Entwicklung gesunder und wohlschmeckender Lebensmittel gezielt zu optimieren. Nicht zuletzt sollen die Forschungsergebnisse dazu dienen, intelligente Mensch-Maschine-Schnittstellen für die Mikrosystemtechnik und Hochleistungssensoren zu entwickeln, mit denen technischen Systemen, wie zum Beispiel Robotern, ein Riechsinn mit humaner Leistungsfähigkeit verliehen werden kann.

  • Entschlüsselung und Modulation der Translation chemosensorischer Lebensmittel-Effektorsysteme (Wirksysteme) in die der humanen Wahrnehmung zugrunde liegenden Regelmechanismen und Entwicklung von neuen Ansätzen für eine Verhaltensänderung im Hinblick auf gesündere Ernährungsweisen.
  • Verständnis und Vorhersage der Bedeutung von genetischen Polymorphismen sowie der Epigenetik für die chemosensorische Wahrnehmung und die Ausbildung von Nahrungsvorlieben.
  • Automatisiertes Monitoring chemosensorischer Effektorsystem und Vorhersage der Bewertung sensorischer Objekte.
  • Schaffung neuer Systemansätze zur Modulation der sensorischen Wahrnehmung.
  • Entwicklung von Chemosensor-Arrays mit humaner Leistungsfähigkeit und intelligenter Mensch-Maschine-Schnittstellen.