Netzwerk- und Verbundprojekte

AiF-Projekt „Aktivität von Amylase-Trypsin-Inhibitoren“ 

Hintergrund

Amylase-Trypsin-Inhibitoren sind Enzyme, die natürlicherweise in glutenhaltigen Getreidearten wie Weizen und damit auch in Backwaren enthalten sind. Jüngste Forschungsergebnisse des Teams um Prof. Dr. Dr. Detlef Schuppan vom Institut für Translationale Immunologie der Universitätsmedizin Mainz weisen darauf hin, dass nicht vorrangig Gluten, sondern besagte Enzyme für die Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität verantwortlich sind. Die Symptome dieser Erkrankung treten vorwiegend extraintestinal, also nicht im Verdauungstrakt auf. Hierzu zählen Benommenheit, Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, Hautveränderungen und depressive Verstimmungen. Ebenso können sich bereits vorhandene chronische Erkrankungen verschlimmern. Schuppan geht davon aus, dass die Enzyme bei einigen Menschen das angeborene Immunsystem im Dünndarm aktivieren, das normalerweise für das Erkennen von Krankheitserregern verantwortlich ist. Ist es aktiv, setzt es u. a. entzündungsfördernde Stoffe frei und verursacht so die Beschwerden bei den Betroffenen. Da die Immunreaktion rein dosisabhängig ist, reicht es laut Aussage der Wissenschaftler aus, die Enzymaufnahme um ca. 80 – 95 Prozent zu verringern, um das Auftreten von Krankheitszeichen zu verhindern. Bislang ist jedoch unklar, wie die Enzym-Konzentrationen und -Aktivitäten in Getreideprodukten wie Brot miteinander korrelieren oder inwieweit unterschiedliche Herstellungsprozesse und verwendete Getreidearten/-sorten diese beeinflussen.

Forschungsziel

Im neuen Forschungsprojekt arbeiten daher Sabrina Geißlitz und Projektleiterin Dr. Katharina Scherf vom Leibniz-LSB@TUM mit dem Team von Prof. Schuppan eng zusammen, um zur Klärung dieser Punkte beizutragen. Ihr Ziel ist es, empfindliche und verlässliche Nachweismethoden für Dienstleistungslaboratorien zu entwickeln, die es ermöglichen, die Herstellungsprozesse von Backwaren so zu optimieren, dass in den Produkten der Enzymgehalt nur noch minimal ist. Das Resultat wären gut kontrollierte Backwaren, die bekömmlicher für Patienten mit einer Weizensensitivität oder einem Reizdarm sind. 

Das Kooperationsprojekt wird über die Forschungsvereinigung Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) und über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund 458.000 Euro gefördert. 

Kompetenznetzwerk “Food Profiling - solutions for food authentication”

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Kompetenznetzwerks „Food Profiling“ entwickeln 10 Projektpartner aus Forschung und Industrie gemeinsam mit dem Leibniz-LSB@TUM neue analytische Strategien, um die geografische und botanische Herkunft sowie die chemische Identität pflanzlicher Rohstoffe zweifelsfrei nachweisen zu können. Hierbei kommen sowohl hochmoderne zellbiologische und instrumentell-analytische Methoden (Genomics, Proteomics, Metabolomics) als auch hochaufgelöste Element- und Isotopenprofilanalysen (Isotopolomics) zum Einsatz. Die neu gewonnenen Erkenntnisse werden es ermöglichen, Rohstoffe sowie daraus hergestellte Lebensmittel zweifelsfrei zu authentifizieren.

Link: https://www.food-profiling.org/

Leibniz-Forschungsprojekt “Wheatscan”

Forschungsziel des Wheatscan-Konsortiums, dem neben dem Leibniz-LSB@TUM noch 4 weitere renommierte Forschungsinstitute angehören, ist es, einen entscheidenden Beitrag zu leisten, um den Pathomechanismus der Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität (NCWS) aufzuklären. Insbesondere sollen die für diese Lebensmittelunverträglichkeit verantwortlichen Weizenproteine identifiziert, funktional charakterisiert und, darauf aufbauend, bessere diagnostische Techniken entwickelt werden. Hierzu untersucht das Konsortium 60 deutsche Weizensorten, die zwischen 1891 und 2010 den Anbau in Deutschland dominierten. Der Fokus liegt dabei auf den Zusammenhängen zwischen dem immunstimulatorischen Potential der Weizensorten sowie der genetischen Variabilität (Genom), der Genexpression (Transkriptom) und der Proteinzusammensetzung (Proteom) der Sorten. Der multidisziplinäre Ansatz soll eine wissenschaftliche Basis schaffen, um neue Weizensorten zu entwickeln, welche ein möglichst geringes krankheitsförderndes Potential bei guten Nährstoffgehalten und Produkteigenschaften besitzen, sowie eine ausreichende Rentabilität gewährleisten.

Link: Leibniz-Forschungsprojekt "Wheatscan"

Leibniz-Forschungsverbund "Nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung"

Das Leibniz-LSB@TUM engagiert sich zusammen mit 12 weiteren Leibniz-Einrichtungen aus verschiedenen Disziplinen im Leibniz-Forschungsverbund "Nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung". Als gemeinsame Plattform für die dezentral und unabhängig forschenden Verbundpartner hat der Verbund die Ziele, die Aktivitäten seiner Partner zu vernetzen, gemeinsame Forschungsaktivitäten unterstützend und begleitend zu entwickeln sowie das Wissen gebündelt an die Öffentlichkeit, Politik und Medien zu vermitteln. Sein wesentliches Ziel ist es, systemwissenschaftliche Grundlagen zu erarbeiten, um der interdisziplinären Herausforderung "nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung" in ihrer Komplexität auf allen Systemebenen gerecht zu werden und der Gesellschaft wissenschaftlich begründete, systemisch geprüfte Handlungsempfehlungen zu geben.

Link: http://www.leibniz-lebensmittel-und-ernaehrung.de/start/

Im Dezember 2016 ist das Verbundvorhaben “Protein Paradoxes: Protein supply under the conditions of climate change – production, consumption and human health” gestartet. Das von der Leibniz-Gemeinschaft geförderte Projekt untersucht und erforscht mögliche Proteinversorgungsstrategien in Zeiten wachsender Weltbevölkerung und des Klimawandels.

Link: http://www.leibniz-lebensmittel-und-ernaehrung.de/forschung/proteinparadoxa/

Leibniz-Forschungsverbund „Wirkstoffe und Biotechnologie“

Das Leibniz-LSB@TUM ist aktiver Partner im Leibniz-Forschungsverbund „Wirkstoffe und Biotechnologie“, dem weitere 18 Leibniz-Einrichtungen angehören. Im Fokus des Verbundvorhabens stehen insbesondere die Erforschung von naturstoffbasierten Wirkstoffen sowie deren biotechnologische Erzeugung. In Lebensmitteln beeinflussen sie nicht nur deren Geruchs- und Geschmackseindruck, sondern auch die Gesundheit, zum Beispiel als Vitamine, oder indem sie das humane Immunsystem stimulieren.

Link: http://www.leibniz-wirkstoffe.de/

Cluster “enable – healthy food choices in all stages of life”

Das Leibniz-LSB@TUM ist Partner in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten enable-Cluster, in dem insgesamt 11 führende Forschungsinstitute unterschiedlicher Disziplinen miteinander kooperieren. Das Verbundprojekt hat das Ziel, Menschen entsprechend ihrer Lebensphase, eine gesunde und zugleich schmackhafte Ernährung zu ermöglichen – unter anderem indem es gesündere Convenience-Produkte entwickelt. Aber auch die Fragen zu klären, wie unsere Ernährung die Gesundheit beeinflusst und welche Rolle die Ernährung bei der Prävention von Krankheiten spielt, sind wesentliche Aspekte der Cluster-Forschung.

Link: http://www.enable-cluster.de/