Netzwerk- und Verbundprojekte

 

Das MCGG-SARS-CoV-2-Projekt

Ein stark gestörtes Geruchs- und Geschmacksempfinden ist das vorherrschende neurologische Symptom einer COVID-19-Erkrankung (Parma V et al. 2020). Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler  gehen dabei davon aus, dass das SARS-CoV-2-Virus die chemosensorische Wahrnehmung über andere Mechanismen beeinträchtigt als es gewöhnliche Erkältungsviren tun (Cooper KW et al. 2020). Um diese auf molekularer Ebene zu erforschen und so eine wissenschaftliche Basis für neue Therapieansätze und Testmöglichkeiten zu erstellen, hat das Leibniz-LSB@TUM Fördergelder vom Bayerischen Wirtschaftsministerium für ein im Juni 2020 gestartetes Forschungsprojekt erhalten. Im Rahmen des MCGG-SARS-CoV-2-Projekts arbeitet das Institut eng mit der Technischen Universität München (TUM) und der Universität Wien zusammen.

MCGG-SARS-CoV-2 steht für: Molekularbiologische Charakterisierung von Geruchs- und Geschmacksrezeptoren bei Probanden mit positivem Nachweis von SARS-CoV-2-IgG-Antikörpern sowie auftretenden Geruchs- und Geschmacksstörungen.

"Coffee College"-Projekt gestartet

Im laufenden Interreg Programm Bayern-Österreich wurde kürzlich ein Kleinprojekt zur Organisationsentwicklung eines „Coffee College“ zur Förderung angenommen. In diesem Projekt kooperiert das Leibniz-LSB@TUM unter Führung von Frau Prof. Somoza mit der Technischen Universität München (TUM), dem Augustiner Chorherrenstift Reichersberg als geplantem Standort des Coffee College sowie mit der ebenfalls dort befindlichen Kaffeerösterei „Original Habeshawit Coffee“ und deren Kooperationspartnern in Äthiopien. Innerhalb dieses Projektes soll nun der Grundstein für eine beispiellose Struktur gelegt werden, deren langfristiges Ziel eine nachhaltige Wertschöpfung des Produktes Kaffee für Äthiopien und in weiterer Folge für alle kaffeeproduzierenden Länder Afrikas ist. D.h., Absolventen aus Äthiopien sollen Fähigkeiten erwerben, um das Produkt Rohkaffee nicht nur für den internationalen Exportmarkt zu produzieren. Dabei soll im laufenden Betrieb die gesamte Wertschöpfungskette von Kaffee (Anbau bis zu Vermarktung und Konsum inkl. der Nutzung von Nebenströmen) in Lehre, Forschung und Outreach abgebildet werden. Zudem ist geplant, durch grundlagen- und anwendungsorientierte Forschungsprojekte für die Kaffeeindustrie wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich einer Qualitätssicherung und -optimierung zu generieren.

Link: https://www.interreg-bayaut.net/

Kompetenznetzwerk “Food Profiling - solutions for food authentication”

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Kompetenznetzwerks „Food Profiling“ entwickeln 10 Projektpartner aus Forschung und Industrie gemeinsam mit dem Leibniz-LSB@TUM neue analytische Strategien, um die geografische und botanische Herkunft sowie die chemische Identität pflanzlicher Rohstoffe zweifelsfrei nachweisen zu können. Hierbei kommen sowohl hochmoderne zellbiologische und instrumentell-analytische Methoden (Genomics, Proteomics, Metabolomics) als auch hochaufgelöste Element- und Isotopenprofilanalysen (Isotopolomics) zum Einsatz. Die neu gewonnenen Erkenntnisse werden es ermöglichen, Rohstoffe sowie daraus hergestellte Lebensmittel zweifelsfrei zu authentifizieren.

Link: https://www.food-profiling.org/

Auch lesenswert: www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2021/oktober/nachweis-von-lebensmittelbetrug/

Leibniz-Forschungsprojekt “Wheatscan” (abgeschlossen)

Forschungsziel des Wheatscan-Konsortiums, dem neben dem Leibniz-LSB@TUM noch 4 weitere renommierte Forschungsinstitute angehören, ist es, einen entscheidenden Beitrag zu leisten, um den Pathomechanismus der Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität (NCWS) aufzuklären. Insbesondere sollen die für diese Lebensmittelunverträglichkeit verantwortlichen Weizenproteine identifiziert, funktional charakterisiert und, darauf aufbauend, bessere diagnostische Techniken entwickelt werden. Hierzu untersucht das Konsortium 60 deutsche Weizensorten, die zwischen 1891 und 2010 den Anbau in Deutschland dominierten. Der Fokus liegt dabei auf den Zusammenhängen zwischen dem immunstimulatorischen Potential der Weizensorten sowie der genetischen Variabilität (Genom), der Genexpression (Transkriptom) und der Proteinzusammensetzung (Proteom) der Sorten. Der multidisziplinäre Ansatz soll eine wissenschaftliche Basis schaffen, um neue Weizensorten zu entwickeln, welche ein möglichst geringes krankheitsförderndes Potential bei guten Nährstoffgehalten und Produkteigenschaften besitzen, sowie eine ausreichende Rentabilität gewährleisten.

Link: Leibniz-Forschungsprojekt "Wheatscan"

Leibniz-Forschungsverbund "Nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung" (2021 aufgelöst)

Das Leibniz-LSB@TUM engagiert sich zusammen mit 12 weiteren Leibniz-Einrichtungen aus verschiedenen Disziplinen im Leibniz-Forschungsverbund "Nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung". Als gemeinsame Plattform für die dezentral und unabhängig forschenden Verbundpartner hat der Verbund die Ziele, die Aktivitäten seiner Partner zu vernetzen, gemeinsame Forschungsaktivitäten unterstützend und begleitend zu entwickeln sowie das Wissen gebündelt an die Öffentlichkeit, Politik und Medien zu vermitteln. Sein wesentliches Ziel ist es, systemwissenschaftliche Grundlagen zu erarbeiten, um der interdisziplinären Herausforderung "nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung" in ihrer Komplexität auf allen Systemebenen gerecht zu werden und der Gesellschaft wissenschaftlich begründete, systemisch geprüfte Handlungsempfehlungen zu geben.

Link: http://www.leibniz-lebensmittel-und-ernaehrung.de/start/

Im Dezember 2016 ist das Verbundvorhaben “Protein Paradoxes: Protein supply under the conditions of climate change – production, consumption and human health” gestartet. Das von der Leibniz-Gemeinschaft geförderte Projekt untersucht und erforscht mögliche Proteinversorgungsstrategien in Zeiten wachsender Weltbevölkerung und des Klimawandels.

Link: http://www.leibniz-lebensmittel-und-ernaehrung.de/forschung/proteinparadoxa/

Leibniz-Forschungsnetzwerk "Grüne Ernährung - Gesunde Gesellschaft"

Globale Ernährungssysteme sind Grundpfeiler für die menschliche und die planetare Gesundheit. Um die bis 2050 auf geschätzte zehn Milliarden Menschen anwachsende Weltbevölkerung mit einer gesunden Ernährung versorgen zu können und gleichzeitig künftigen Generationen die Lebensgrundlage zu erhalten, ist ein schneller und grundlegender Wandel des globalen Ernährungssystems notwendig.

Das erfordert disziplinübergreifende Lösungsstrategien für die Transformation hin zu einem gesunden und nachhaltigen Ernährungssystem vor dem Hintergrund klimatischer und gesellschaftlicher Änderungen und Auswirkungen. Im Leibniz-Forschungsnetzwerk „Grüne Ernährung – Gesunde Gesellschaft“ werden Kompetenzen aus den Bereichen gesunde Ernährung, Gesundheit, Biodiversität, Umwelt, Klimawandel, Nahrungsmittelproduktion und nachhaltige Entwicklung sowie deren gesellschaftliche Relevanz gebündelt. Eine "grüne Ernährung" beinhaltet dabei sowohl eine ernährungsphysiologisch optimale Ernährung als auch eine ressourcenschonende Lebensmittelproduktion, -verarbeitung und -verteilung.

Ziele des Netzwerks sind neben dem wissenschaftlichen Austausch die Identifizierung konkreter Forschungsbedarfe zu aktuellen Fragestellungen aus dem Themenfeld gesunde und nachhaltige Ernährung; die Initiierung interdisziplinärer Kooperationen, weitsichtige Nachwuchs- und Karriereförderung; sowie die Etablierung eines aktiven Austauschs mit politischen Akteurinnen und Akteuren sowie eines regelmäßigen Wissenstransfers in Politik und Öffentlichkeit.

Link: www.leibniz-gemeinschaft.de/forschung/leibniz-forschungsnetzwerke/gruene-ernaehrung-gesunde-gesellschaft

Leibniz-Forschungsnetzwerk "Immunvermittelte Erkrankungen"

Ein intaktes Immunsystem schützt uns vor Infektionen und Krebs. Fehlfunktionen des Immunsystems können daher zahlreiche Krankheiten verursachen. In Deutschland leiden etwa zehn Prozent der Bevölkerung an einer der mehr als 100 verschiedenen immunvermittelten Erkrankungen.

Dazu gehören Allergien, neurologische Entzündungskrankheiten, Darmentzündungen, Rheuma und Diabetes. Sie belasten nicht nur die Patienten und ihre Angehörigen, sondern verursachen auch erhebliche volkswirtschaftliche Kosten. Viele der Krankheiten sind bis heute unheilbar — auch, weil wir sie nur unzureichend verstehen.

Ziel des Leibniz-Forschungsnetzwerks „Immunvermittelte Erkrankungen“ ist es, die den Krankheiten zugrundeliegenden Mechanismen zu erforschen, aufzuklären und Therapien zu entwickeln. Beteiligt sind Leibniz-Institute unterschiedlichster Fachrichtungen.

Link: www.leibniz-gemeinschaft.de/forschung/leibniz-forschungsnetzwerke/immunvermittelte-erkrankungen

Liebniz-Forschungsnetzwerk "Stammzellen und Organoide"

Die Entwicklung von Methoden zur Herstellung von humanen induzierten pluripotenten Stammzellen (hiPS-Zellen) stellt einen bahnbrechenden Schritt dar, der es immer mehr Forscherinnen und Forschern erlaubt, zusätzlich oder alternativ zu Tierversuchen menschliche, organähnliche (organoide) Versuchsmodelle einzusetzen. Durch die Kombination mit modernen genom-editorischen Verfahren wird so die Entwicklung vollkommen neuer humaner Krankheitsmodelle für die Lebenswissenschaften möglich.

Die Wissenschaft kann dann auf zum Teil schwerwiegende wissenschaftliche Argumente, die den Wert  von Tierversuchen aufgrund von Speziesunterschieden in Frage stellen, deutlich besser antworten. Außerdem können gesamtgesellschaftlich relevante, ethische und zum Teil bereits juristisch bindende Vorgaben zum Ersatz von Tierversuchen besser berücksichtigt werden.

Der methodisch-technologische Austausch über Stammzellen und deren Anwendung in den durch die Netzwerkpartner vertretenen Forschungsbereichen – mit den Schwerpunkten Grundlagenforschung, Krankheitsmodellierung, Medikamentenentwicklung, Stammzelltherapie, sicherheitstoxikologische Testung und Artenschutz – generiert einen deutlichen Mehrwert innerhalb der Leibniz Gemeinschaft . Er trägt der rapiden technischen Entwicklung dieses Feldes Rechnung.

Das Leibniz-Forschungsnetzwerk "Stammzellen und Organoide" wird Kompetenzen bündeln, das Feld weiterentwickeln, Translation fördern und den Bereich Stammzellforschung in der Leibniz-Gemeinschaft nach außen hin sichtbar machen.

Link: https://www.leibniz-gemeinschaft.de/forschung/leibniz-forschungsnetzwerke/stammzellen-und-organoide

Leibniz-Forschungsverbund „Wirkstoffe und Biotechnologie“

(seit dem 01.01.2021 überführt in das Leibniz-Netzwerk "Wirkstoffe")

Das Leibniz-LSB@TUM ist aktiver Partner im Leibniz-Forschungsverbund „Wirkstoffe und Biotechnologie“, dem weitere 15 Leibniz-Einrichtungen angehören. Im Fokus des Verbundvorhabens stehen insbesondere die Erforschung von naturstoffbasierten Wirkstoffen sowie deren biotechnologische Erzeugung. In Lebensmitteln beeinflussen sie nicht nur deren Geruchs- und Geschmackseindruck, sondern auch die Gesundheit, zum Beispiel als Vitamine, oder indem sie das humane Immunsystem stimulieren.

Im Rahmen des Verbundes bzw. Netzwerkes ist das Leibniz-LSB@TUM an dem Projekt "Leibniz Bioactives Cloud" sowie seit 2021 zusammen mit dem FMP an der Entwicklung und Evaluierung eines “Leibniz-Wirkstoff-Nachrichten-Portals” beteiligt. Der Forschungsverbund hat das Projekt Leibniz Bioactives Cloud initiiert, um eine dezentrale Plattform für den Austausch und die Analyse von Daten zu schaffen, die bestimmten Fragestellungen der Wirkstoffforschung entsprechen.

Link zur Website des Verbundes: http://www.leibniz-wirkstoffe.de/

Cluster “enable – healthy food choices in all stages of life”

Das Leibniz-LSB@TUM ist Partner in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten enable-Cluster, in dem insgesamt 11 führende Forschungsinstitute unterschiedlicher Disziplinen miteinander kooperieren. Das Verbundprojekt hat das Ziel, Menschen entsprechend ihrer Lebensphase, eine gesunde und zugleich schmackhafte Ernährung zu ermöglichen – unter anderem indem es gesündere Convenience-Produkte entwickelt. Aber auch die Fragen zu klären, wie unsere Ernährung die Gesundheit beeinflusst und welche Rolle die Ernährung bei der Prävention von Krankheiten spielt, sind wesentliche Aspekte der Cluster-Forschung.

Link: http://www.enable-cluster.de/