Leibniz-LSB@TUM-News

Leibniz-LSB@TUM-Wissenschaftler erforschen die biologischen Funktionen von sensorisch- und ernährungsrelevanten Lebensmittelinhaltsstoffen und deren Effekte auf den menschlichen Organismus. Hierzu arbeiten Chemiker, Biologen, Technologen und Bioinformatiker interdisziplinär zusammen - da gibt es immer etwas Neues zu berichten. 

2019

November

Berlin Science Week - Mind the lab!

Teilnahme mit eigenem Infostand am 07. November 2019 bei „Mind the lab“. Thema: „Nicht nur gut für den Geschmack“ berlin.mindthelab.org/portfolio-types/friedrichstrasse/.

Berlin Science Week, Leibniz debattiert - Leibniz-Thementag "Gesundheit"

05. November

Im Rahmen der Berlin Science Week und der Veranstaltung "Leibniz debattiert", diesmal zum Thema Impfung, fand am 5. November ein Leibniz-Thementag statt.
Der Leibniz-Forschungsverbund Wirkstoffe und Biotechnologie war mit einem Infostand mit dabei. Hier gaben Kollegen des Leibniz-Forschungsclusters, des Wirkstoffradio-Projekts und des Leibniz-LSB@TUM Einblick in ihre Forschung und Projekte.

Das Leibniz-LSB@TUM präsentierte ein 3D-Modell eines Bitterrezeptors und berichtete über jüngste Forschungsergebnisse, die darauf hinweisen, dass geschmacksgebende Stoffe auch eine Rolle für die menschliche Immunabwehr spielen.

Verleihung des Walter Bushuk Graduate Research Awards an Frau Dr. Sabrina Geißlitz

Im Rahmen des Cereals & Grains 19 Annual Meeting vom 03.-05.11.2019 in Denver, CO, USA, ist Frau Dr. Sabrina Geißlitz mit dem Walter Bushuk Graduate Research Award in Cereal Protein Chemistry ausgezeichnet worden https://www.cerealsgrains.org/membership/divisions/Pages/Protein.aspx. Der mit USD 1.000 dotierte Preis wird für herausragende fundamentale oder angewandte Forschung im Bereich der Chemie der Getreideproteine vergeben und ist eine der renommiertesten Auszeichnungen in der Getreideforschung. 

Frau Darina Pronin holt den 2. Platz bei der Best Student Research Paper Competition

Im Rahmen der 11th Annual Best Student Research Paper Competition während des Cereals & Grains 19 Annual Meeting vom 03.-05.11.2019 in Denver, CO, USA, hat Frau Darina Pronin den 2. Platz geholt https://www.cerealsgrains.org/membership/StudentAssociation/BSRPC/Pages/default.aspx. Neben einer Reisekostenunterstützung in Höhe von USD 650 ist der Preis mit USD 750 dotiert und wird in einem zweistufigen Verfahren für Arbeiten vergeben, die nicht nur wissenschaftlich hervorstechen, sondern auch exzellent präsentiert werden.

Oktober

Verleihung der Silesia-Clemens-Hanke-Forschungspreise an zwei Arbeiten aus dem AK Functional Biopolymer Chemistry

31. Oktober 2019

Frau Angelina Hopf hat einen der beiden Preise für die beste Bachelorarbeit der Lebensmittelchemie  für ihre Arbeit mit dem Titel „Übersicht über die Nährwertzusammensetzung glutenfreier Lebensmittel im Vergleich zu glutenhaltigen Vergleichsprodukten“ erhalten.

Frau Sarah Jöstl wurde dagegen mit einem der beiden Preise für die beste Masterarbeit der Lebensmittelchemie für ihre Arbeit mit dem Titel „α-Amylase-Trypsin-Inhibitoren in prozessierten und unprozessierten Lebensmitteln aus Weizen, Gerste und Roggen“ ausgezeichnet.

Die Verleihung fand am Donnerstag, den 31. Oktober 2019, um 17 Uhr, im Konferenzraum (DG) des getränkewissenschaftlichen Forschungszentrums der TU München in Weihenstephan, Gregor-Mendel-Straße 4, 85354 Freising, im Rahmen der Silesia-Absolventenfeier der Lebensmittelchemie 2019 statt.

Der Funktion von Geruchsrezeptoren auf der Spur ‒ oder warum Kupfer Zwiebelgeruch verstärken kann

Freising, 31.10.2019

Der Mensch besitzt hunderte von Geruchsrezeptortypen. Doch wie arbeiten diese Rezeptoren auf molekularer Ebene? Bislang ist nur wenig hierüber bekannt. Unter Führung des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München hat nun ein deutsch-amerikanisches Wissenschaftlerteam erstmals gezeigt, dass der Geruchsrezeptor OR2M3 in Gegenwart von Kupferionen bis zu vierfach stärker auf einen schwefelhaltigen Geruchsstoff aus Zwiebeln reagiert. Ausschlaggebend hierfür könnten zwei neuentdeckte Kupferbindungsstellen im Inneren des Rezeptors sein.

Weitere Informationen unter...

Buch-Neuerscheinung

Lebensmittelforscher/innen, -Studierende, -Promovierende und -Analytiker/innen aufgepasst!

Lebensmittelchemiker PD Dr. Martin Steinhaus gibt eine detaillierte Einführung in die Technik der Gaschromatographie-Olfaktometrie (GC-O).

Zu lesen in:
Advanced Gas Chromatography in Food Analysis (2020); Editor: Peter Q Tranchida
M. Steinhaus, Gas Chromatography–Olfactometry: Principles, Practical Aspects and Applications in Food Analysis Kapitel 9, Seiten 337-399

Festakt „Amtsübergabe“ am Leibniz-LSB@TUM

Freising, 23.10.2019 - Wir freuen uns, dass der Stiftungsrat der Nachbesetzung des Wissenschaftlichen Vorstands des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München (Leibniz-LSB@TUM) zugestimmt hat. Frau Prof. Dr. Veronika Somoza wird künftig dieses Amt übernehmen. Sie folgt auf Herrn Prof. Dr. Thomas Hofmann, der das Institut verlassen hat, um sich ganz seinen Aufgaben als neuer Präsident der Technischen Universität München (TUM) widmen zu können.

Lesen Sie auch: Neue Direktorin am Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München

Achtung: Forschungsseminar der Lebensmittelchemie startet

am 14.10. um 17 Uhr mit Herrn Prof. Dr. Jörg Bohlmann von der University of British Columbia, Kanada.
Der Vortragstitel lautet: "Montbretin A: A novel antidiabetic metabolite from the plant montbretia".

https://www.msl.ubc.ca/people/dr-jorg-bohlmann/

September

Prof. Dr. Katharina Scherf erhält Wissenschaftspreis für Glutenforschung

Die Heinrich-Stockmeyer-Stiftung hat im Rahmen der 59. Arbeitstagung Lebensmittelhygiene am 26. September 2019 Prof. Dr. Katharina Scherf mit dem „Stockmeyer Wissenschaftspreis“ ausgezeichnet. Mit dem Preis würdigt die Stiftung herausragende lebensmittelwissenschaftliche Forschungsarbeiten. Die prämierten Arbeiten bestechen durch praktikable Lösungsansätze und anwendungsorientierte Forschung, die im Sinne des Stiftungszwecks dazu beitragen, die Lebensmittelsicherheit und den Verbraucherschutz zu verbessern sowie das Verbrauchervertrauen in die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln zu stärken. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Scherf erhält den Preis für die Entwicklung eines inzwischen schon kommerziell erhältlichen Tests, der den Glutengehalt in Getreideprodukten sehr genau bestimmt.

Pressemitteilung der Heinrich-Stockmeyer-Stiftung

Proteinkomplexe als Zöliakie-Auslöser?

Zöliakie ist eine chronische entzündliche Darmerkrankung, die Merkmale einer Autoimmunerkrankung aufweist. Sie wird bei genetisch vorbelasteten Menschen durch den Verzehr von Gluten ausgelöst. Bei der Krankheitsentstehung spielt neben Gluten auch ein körpereigenes Enzym, die Gewebstransglutaminase, eine entscheidende Rolle. Einerseits verändert das Enzym die Struktur der Glutenfragmente, die bei der Verdauung des Glutens entstanden und über die Darmschleimhaut aufgenommen worden sind. Andererseits bindet es die Glutenfragmente fest an sich. Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Enzym-Glutenfragment-Komplexe zur Bildung von Autoantikörpern führen. Eine aktuelle Studie des Leibniz-LSB@TUM gibt nun neue Einblicke in die Struktur dieser Komplexe. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, die Rolle des körpereigenen Enzyms bei der Auslösung von Zöliakie besser zu verstehen.

Publikation:Lexhaller B, Ludwig C, Scherf KA (2019) Nutrients, 11, 2263, DOI:10.3390/nu11102263.
Comprehensive detection of isopeptides between human tissue transglutaminase and gluten peptides

Förderung: Das Forschungsprojekt (Nr. 250645717) wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, Bonn) gefördert. Die Open-Access-Veröffentlichung dieses Artikels wurde von der Leibniz-Gemeinschaft finanziell unterstützt.

Bitter schmeckenden Eiweißstoffen auf der Spur

Fermentierte Lebensmittel wie Käse oder Joghurt enthalten zahlreiche nicht-flüchtige Substanzen, die das Geschmacksprofil des jeweiligen Lebensmittels prägen. Hierzu zählen auch bitter schmeckende Bruchstücke von langen Eiweißmolekülen, die z.B. während der Käsereifung entstehen. Forschende der TU München und des Leibniz-LSB@TUM haben nun zwei neue Massenspektrometrie-basierte  analytische Vorgehensweisen entwickelt, mit denen sich sehr zeitsparend und umfassend geschmacksgebende Eiweißbruchstücke in fermentierten Lebensmitteln erfassen lassen.

Publikation: Sebald K, Dunkel A, Hofmann T (2019) J Agric Food Chem, DOI: 10.1021/acs.jafc.9b04581. Mapping taste relevant food peptidomes by means of SWATH-MS

Förderung: Das Forschungsprojekt (AiF 18124 N) der Forschungsvereinigung Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. wurde über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Soja-, Hafer-, Reis-, Mandelmilch

Was steckt in Milchersatz - und was kann er?

BR Fernsehen, Gut zu wissen: 14.09.2019, 19:00 Uhr

Prof. Dr. Katharina Scherf, zwei Kolleginnen und ein Kollege zeigen Unterschiede auf. Was steckt in Milch, was im beliebten Milchersatz wie Soja-, Hafer-, Reis- oder Mandelmilch? Gut zu wissen vergleicht die Umweltbilanz der Drinks, ihren Geschmack und wie sie sich verarbeiten lassen.

Den Beitrag finden Sie hier:https://www.br.de/mediathek/video/soja-hafer-reis-mandelmilch-was-steckt-in-milchersatz-und-was-kann-er-av:5d7b8f2df214bd001ab22b45

Ursprüngliche Weizenarten sind eiweißreicher

Ursprüngliche Weizenarten wie Emmer, Dinkel und Einkorn haben im Vergleich zu Brot- und Hartweizen einen höheren Protein- und Glutenanteil. Zudem benötigen die alten Arten weniger Stickstoffdünger, um dieselben Proteinerträge wie herkömmliche Weizenarten zu erzielen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Untersuchung an der Wissenschaftlerinnen des Leibniz-LSB@TUM maßgeblich beteiligt waren. Die neuen Erkenntnisse könnten dazu beitragen, ausgewählte Getreidesorten mit verbesserten Eigenschaften für eine nachhaltigere Landwirtschaft zu züchten.

Publikation:Geisslitz S, Longin CFH, Scherf KA, Koehler P (2019) Foods, 8: 409, DOI: 10.3390/foods8090409. Comparative study on gluten protein composition of ancient (einkorn, emmer and spelt) and modern wheat species (durum and common wheat)

Förderung: Die Arbeit wurde im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (via AiF) über den Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) gefördert (Projekt AiF 18355 N).

Der Duftunterschied zwischen Reis- und Weizenbrot

Menschen, die von Zöliakie betroffen sind, müssen glutenhaltiges Brot meiden. Sie greifen daher oft auf glutenfreie Ersatzprodukte wie Reisbrot zurück. Eine neue Studie hat untersucht, welche Schlüsselgeruchsstoffe für die Duftunterschiede zwischen Reis- und Weizenbrot verantwortlich sind. Zudem zeigt sie auf, durch welche Maßnahmen das Aroma und damit auch die Qualität von Reisbrot optimiert werden könnte. An der Studie waren Forschende des Leibniz-LSB@TUM federführend beteiligt.

Publikation: Boeswetter AR, Scherf KA, Schieberle P, Koehler P (2019) J Agric Food Chem, DOI: 10.1021/acs.jafc.9b04800. Quantitative analyses of key odorants and their precursors reveal differences in the aroma of gluten-free rice bread compared to wheat bread

Förderung: Die Arbeit wurde im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (via AiF) über den Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) gefördert (Projekt CORNET AiF 147 EN “GLUeLESS”).

Neuauflage der Broschüre: Aromastoffe - Ein wichtiges Stück Lebens(mittel)qualität

Hrsg: Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V.
Autoren: M. Steinhaus, U. Arzberger, H. Hahn

Die Broschüre finden Sie hier.

August

Für die Zukunft alles Gute!

Frau PD Dr. Katharina Scherf hat nun nach ihrer erfolgreichen Habilitation an der TUM eine W1-Professur mit Tenure Track (W3) am Karlsruher Institut für Technologie erhalten, an dem sie ab 01.08.2019 tätig sein wird. Sie wird dort am Institut für Angewandte Biowissenschaften die Abteilung für Bioaktive und Funktionelle Lebensmittelinhaltsstoffe leiten.

Das Leibniz-LSB@TUM gratuliert Frau Dr. Scherf herzlich zu ihrer Berufung und bedankt sich sehr für ihre exzellente Arbeit im Bereich der Forschung zu Biopolymeren, Gluten und Getreide sowie zu den Ursachen für Weizenunverträglichkeiten. Für ihre herausragenden Leistungen, die sie als begabte, führende Wissenschaftlerin des Instituts erbracht hat, ist Frau Scherf mehrfach ausgezeichnet worden. Unter anderem hat sie im Rahmen des 2018 AACC International Annual Meetings in London, UK, den Young Scientist Research Award sowie den Forschungspreis 2019 der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V. erhalten. Letzterer ist mit einer Forschungsförderung in Höhe von 20.000 Euro verbunden. Das Institut ist stolz darauf, eine so erfolgreiche Nachwuchswissenschaftlerin hervorgebracht zu haben. Für die Zukunft wünschen wir ihr alles erdenklich Gute sowie weiterhin viel Erfolg für ihre Karriere!

Juli

Bessere Qualitätskontrolle für Lebensmittel ‒ Foodprofiler entwickeln neuen methodischen Ansatz für Lebensmittelanalysen

Freising, 30.07.2019

Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) und des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie haben eine neue Methodik zur simultanen Analyse von Geruchs- und Geschmacksstoffen entwickelt. Sie könnte künftig die Qualitätskontrolle von Lebensmitteln vereinfachen und beschleunigen.

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Neuer Gluten-Test ist zuverlässig

Unter Führung von PD Dr. Katharina Scherf vom Leibniz-LSB@TUM haben 19 Laboratorien aus aller Welt überprüft, ob ein neuer Gluten-Test hält was er verspricht. Der neue Gluten-ELISA-Test verwendet erstmals vier verschiedene Antikörper gleichzeitig. Wie die Forscher zeigen, ist der Test in der Lage, Gluten-Verunreinigungen in Hafer und Haferprodukten zu erkennen, die aus Weizen, Roggen und Gerste stammen. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber den bisher verwendeten Antikörper-basierten Tests, die lediglich eine bestimmte Glutenfraktion (Prolamine) detektieren. Das neue Testkit (RIDASCREEN® Total Gluten, R7041) ist ein Ergebnis des vom BMBF geförderten Verbundprojekts „Fluoreszenzoptisches Schnelltestsystem für den sensitiven Nachweis von Gluten (GLUTEVIS)“.

Publikation: Lacorn M, Weiss T, Wehling P, Arlinghaus M, Scherf K (2019) J AOAC Int, DOI: 10.5740/jaoacint.19-0094. Quantification of wheat, rye, and barley gluten in oat and oat products by ELISA RIDASCREEN® Total Gluten: Collaborative study, First Action 2018.15

Ergänzende Publikation: Wehling P, Scherf KA (2019) J AOAC Int, DOI: 10.5740/jaoacint.19-0081. Preparation of validation materials for estimating gluten recovery by ELISA according to SMPR 2017.021

Dreharbeiten am Institut

Dreharbeiten am 02. Juli 2019 - Lebensmittelchemikerin PD Dr. Katharina Scherf vom Leibniz-LSB@TUM wird als Expertin in einem der kommenden Beiträge von @BR_Wissen zum Thema "Milchersatz: Hafer-, Soja-, Mandel- und Reis-Drinks im Vergleich" zu sehen sein.

Pharmakonutrition ‒ Modernes Drug Design für Funktionsstudien

Freising, 01.07.2019

Antonella Di Pizio und Maik Behrens vom Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München haben im Rahmen eines deutsch-israelischen Forschungsprojektes gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern erstmals hochwirksame Aktivatoren für den Bitterrezeptor TAS2R14 entwickelt. Die neuen Substanzen dienen dazu, die noch unbekannten physiologischen Funktionen des Rezeptors zu erforschen, z.B. in der menschlichen Immunabwehr.

Das Wissenschaftlerteam publizierte seine Ergebnisse in der Fachzeitschrift Cellular and Molecular Life Sciences (Di Pizio et al., 2019; DOI: 10.1007/s00018-019-03194-2).

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Forschungspreis der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft

Frau PD Dr. Katharina Scherf ist mit dem Forschungspreis 2019 der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG e.V.) für das Forschungsvorhaben „Überprüfung der  Verlässlichkeit eines tragbaren Sensors für Konsumierende zur Detektion von Gluten“ ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit einer Forschungsförderung in Höhe von 20.000,- Euro verbunden.

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Juni

WSR017 Warum Chilli heiß und Minze kühl schmeckt oder was Chemesthetik ist 

Interview mit Dr. Gaby Andersen
Bernd Rupp und André Lampe waren zu Gast am Leibniz-LSB@TUM und haben dort mit mehreren Forschenden gesprochen – es gibt also eine kleine Serie aus dem LSB (siehe Beiträge vom 14.04. und 12.05.2019).
Dieses Mal haben Bernd und André Dr. Gaby Andersen interviewt, die in der Sektion II: Chemorezeptoren & Biosignale die Arbeitsgruppe Chemesthetics & Metabolism am LSB leitet. Unter Chemesthetik oder Chemesthese versteht man eine Sensibilität von Haut und Schleimhäuten gegenüber chemischen Verbindungen. Das Besondere: diese Sensibilität wird über Rezeptoren vermittelt die normalerweise Empfindungen wie Hitze oder Kühle vermitteln. Das heißt chemische Verbindungen können beim Menschen diese Temperaturempfindungen auslösen.

Den Beitrag finden Sie hier: https://www.wirkstoffradio.de/2019/06/09/wsr017-warum-chilli-heiss-und-minze-kuehl-schmeckt-oder-was-chemesthetik-ist-interview-mit-dr-gaby-andersen/

15. Juni 2019: Teilnahme an der Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin

Von 17 bis 24 Uhr, zur Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin präsentierte das Leibniz-LSB@TUM gemeinsam mit Forschungspartnern aus dem Leibniz-Forschungsverbund „Nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung“ Ergebnisse seiner aktuellen Forschung in der Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft.

8. Runder Tisch Kakao in Hamburg

Wissenschaftler des Leibniz-LSB@TUM stellten vom 13. bis 14. Juni 2019 aktuelle Ergebnisse ihrer Forschung vor. Thematisiert wurden u.a. die Inhaltsstoff- und Qualitätsveränderungen von Kakao entlang der Verarbeitungskette.

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Hamburger Ringvorlesung "Facetten der Lebensmittelchemie"

PD Dr. Katharina Scherf vom Leibniz-LSB@TUM ist eine der neun Vortragenden, die im Rahmen einer Ringvorlesung des Fachbereichs Chemie der Universität Hamburg über ihr Forschungsgebiet informieren.

Am 05. Juni 2019 hält PD Dr. Scherf einen Vortrag zum Thema: Neue Methoden zur Detektion von Gluten aus Weizen, Roggen und Gerste in Lebensmitteln für Zöliakie-Betroffene

Mai

Manfred Rothe Excellence Award in Flavor Research

Dr. Antonella Di Pizio vom Leibniz-LSB@TUM ist am 23. Mai 2019 im Rahmen des 12. Wartburg Symposiums mit der Platin-Ausgabe des Manfred Rothe Excellence Awards in Flavor Research ausgezeichnet worden. Ziel des Preises ist es, Forschende für ihre herausragenden Beiträge zur Aroma- und Geschmacksforschung zu ehren und zu fördern.

Kurzprofil von Dr. Antonella Di Pizio

Duftendes Jackfruchtfleisch

Forschende des Leibniz-LSB@TUM haben 35 Schlüsselgeruchsstoffe identifiziert, die für das typische Fruchtfleischaroma der Jackfrucht verantwortlich sind. Die neuen Daten bilden eine Basis, um in weiteren Arbeiten die molekularen Ursachen für sorten- oder verarbeitungsbedingte Aromaunterschiede aufzuklären und gezielt neue Fruchtsorten mit verbesserten Aromaeigenschaften zu züchten.

Publikation: Grimm JE, Steinhaus M (2019) J Agric Food Chem, 67: 5838-5846, DOI: 10.1021/acs.jafc.9b01445. Characterization of the major odor-active compounds in jackfruit pulp

BR TV Gesundheit am Leibniz-LSB@TUM / Insekten: proteinreiche Nahrung?

21. Mai

PD Dr. Katharina Scherf leitete für BR TV einen Sensorik-Test, um den Geschmack von Insekten-Burgern zu bewerten. Nach dem Urteil der Probanden schmeckt der Burger sehr würzig.

https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/gesundheit/insekten-essen-ernaehrung-kochen-rezepte100.html

12th Wartburg Symposium on Flavour Chemistry & Biology
May 21-24, 2019 | Eisenach/Germany

Wissenschaftler des Leibniz-LSB@TUM sind mit dabei:

Dr. habil. Maik Behrens hält heute (21.05.2019) einen Vortrag zum Thema: Taking fingerprints of the evolution – Bitter taste receptor gene repertoires.

Gefolgt von Dr. Patrick Marcinek mit einem Vortrag zum Thema: Selective chemoreception of food-relevant pyrazines relates to evolutionary conserved detection of semiochemicals. 

Weitere Informationen: http://www.wartburg-symposium.de

19. Mai: Wissenschaftsmatinee mit Prof. Thomas Hofmann
Die molekulare Welt des guten Geschmacks

Ein Großteil unserer Lebensqualität basiert auf der Fähigkeit zu riechen und zu schmecken. Doch wie sind Düfte zusammengesetzt? Was passiert biochemisch, wenn wir einen Geschmack wahrnehmen? Lebensmittelchemiker Prof. Thomas Hofmann spricht darüber bei der Wissenschaftsmatinee des TUM Institute for Advanced Study (IAS) am Sonntag, 19. Mai, um 11 Uhr.

Prof. Thomas Hofmann leitet seit 2007 den Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und Molekulare Sensorik an der Technischen Universität München (TUM). Er ist seit 2009 Vizepräsident für Forschung und Innovation, seit 2017 Direktor des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der TUM und übernimmt im Herbst 2019 das Amt des Präsidenten von Prof. Wolfgang A. Herrmann. In seinem Vortrag wird er die Grundlagen der Geruchs- und Geschmackswahrnehmung verständlich machen und aufzeigen, wie der Mensch die komplexe Molekülwelt der Natur auf das Wesentliche reduziert.

WSR015 Wie funktioniert unser Geschmackssinn?

Interview mit Dr. habil. Maik Behrens (12.05.2019)

Bernd Rupp und André Lampe vom Wirkstoffradio waren zu Gast am Leibniz-LSB@TUM und haben dort mit mehreren Forschenden gesprochen – es gibt also eine kleine Serie aus dem LSB (siehe Beitrag vom 14.04.2019).
Dieses Mal sprechen Bernd und André mit Dr. habil. Maik Behrens, der in der Sektion II: Chemorezeptoren & Biosignale die Arbeitsgruppe Taste Systems Reception & Biosignals am LSB leitet. Bernd kennt Maik schon seit einiger Zeit, vor allem von den regelmäßigen Treffen des Leibniz-Forschungsverbundes “Wirkstoffe und Biotechnologie“.

Den Beitrag finden Sie hier: www.wirkstoffradio.de/2019/05/12/wsr015-wie-funktioniert-unser-geschmackssinn-interview-mit-dr-maik-behrens/

BR TV Gut zu wissen: Kokosöl - Superfood oder nicht?

11. Mai 2019

Kokosöl wird wegen seiner angeblich gesundheitsfördernder Wirkung als wahres "Superfood" gepriesen. Man schreibt ihm positiven Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Alzheimer zu. Und es soll dabei helfen, dass man weniger zunimmt. Aber was ist tatsächlich dran?

Dr. Josef Ecker vom ZIEL im Interview. Das Leibniz-LSB@TUM ist im Beitrag erwähnt.
https://www.br.de/mediathek/video/kokosoel-superfood-oder-nicht-av:5cd56edfa4a3c2001a5b87a7

Stickstoff-Düngung beeinflusst Backqualität von Weizenmehl – Weniger ist manchmal mehr

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat untersucht, inwieweit eine späte Stickstoff-Blattdüngung von Weizenpflanzen dazu beitragen kann, die Backqualität von Weizenmehl zu verbessern. Wie die neue Studie zeigt, optimiert sie nur dann die Backqualität, wenn die Getreidepflanzen zuvor zu wenig Stickstoff aufgenommen hatten. Insbesondere ein Düngereinsatz von 100 kg Stickstoff pro Hektar führte in der Studie zu einer optimalen Eiweißzusammensetzung im Weizenkorn und erzielte damit eine hohe Backqualität des Mehls. An der Studie war auch das Leibniz-LSB@TUM beteiligt.

Publikation: Rossmann A, Buchner P, Savill GP, Hawkesford MJ, Scherf KA, Mühling KH (2019) Eur J Agron, DOI: 10.1016/j.eja.2019.04.004. Foliar N application at anthesis alters grain protein composition and enhances baking quality in winter wheat only under a low N fertiliser Regimen

Hamburger Ringvorlesung "Facetten der Lebensmittelchemie"

PD Dr. Martin Steinhaus vom Leibniz-LSB@TUM ist einer der neun Referenten, die im Rahmen einer Ringvorlesung des Fachbereichs Chemie der Universität Hamburg über ihr Forschungsgebiet informieren.

Am 08. Mai 2019 hält PD Dr. Steinhaus einen Vortrag zum Thema:

Geruchsaktive Verbindungen in Lebensmitteln: Bedeutung, Analytik und Anwendung zur Verbesserung der sensorischen Produktqualität

Frischkäseherstellung optimieren

Ein Wissenschaftlerteam unter Führung der Universität Hohenheim, hat nun ein neues Verfahren zur Frischkäseherstellung weiterentwickelt. Per Mikrofiltration lässt sich Frischkäse so herstellen, dass er weniger bitter schmeckt und als Nebenprodukt gut verwertbare Süßmolke entsteht. Entscheidend ist, dass vor der Fermentation das Kalzium-Proteinverhältnis des Milchretentats stimmt. An dem Projekt waren auch Forschende des Leibniz-LSB@TUM und der TU München beteiligt.

Publikation: Schäfer J, Sebald K, Dunkel A, Hofmann T, Rosenthal I, Schuster R, Atamer Z, Hinrichs J (2019) Int Dairy J, 93: 72-80, DOI: 10.1016/j.idairyj.2019.01.012. A feasibility study on the pilot scale manufacture of fresh cheese from skim milk retentates without acid whey production: Effect of calcium content on bitterness and texture

Förderung: Das Forschungsvorhaben wurde im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (via AiF) über den Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) gefördert (Projekte AiF 18124 N und 19688 N).

April

WSR013 Wie funktioniert unser Geruchssinn?

Interview mit PD Dr. Dietmar Krautwurst (14.04.2019)
Bernd Rupp und André Lampe waren zu Gast am Leibniz-LSB@TUM und haben dort mit mehreren Forschenden gesprochen – es gibt also eine kleine Serie aus dem LSB. Den Anfang macht PD Dr. Dietmar Krautwurst. Bernd kennt Dietmar Krautwurst schon länger von den regelmäßigen Treffen des Leibniz-Forschungsverbundes “Wirkstoffe und Biotechnologie” und hat daher nicht lange gezögert, dafür zu sorgen, dass diese Wirkstoffradio-Episode aufgenommen wird.

Den Beitrag finden Sie hier: www.wirkstoffradio.de/2019/04/14/wsr013-wie-funktioniert-unser-geruchssinn-interview-mit-pd-dr-dietmar-krautwurst/

Hautpflege: Mizellen
Reinigungswasser im Check

PD Dr. Martin Steinhaus im Interview mit BR-TV Gesundheit (09.04.2019)
Auf dem Beauty-Markt sind Mizellenwasser nicht mehr wegzudenken. Waren sie noch vor kurzem völlig unbekannt, setzen mittlerweile unzählige Hersteller auf den Abschmink-Trend. Mizellen sollen eine riesen Reinigungskraft haben, verspricht die Werbung. Kein Rubbeln und Reiben mehr – Mizellen ziehen den Schmutz an wie ein Magnet. Doch stimmt das?

Den Beitrag finden Sie hier: https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/gesundheit/mizellenwasser-kosmetik-haut-100.html

Neue Erkenntnisse zur Wirkung von Bittersalz – Epsom-Salz-Rezeptor identifiziert

Ein Wissenschaftlerteam um Maik Behrens vom Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München hat nun den Rezeptor identifiziert, der für den Bittergeschmack verschiedener Salze verantwortlich ist. Zu diesen zählt auch medizinisch verwendetes Epsom-Salz. Die Entdeckung trägt dazu bei, die physiologischen Mechanismen aufzuklären, über die Epsom-Salz das Herz oder den Darm beeinflusst.

Weitere Informationen unter...

Internationaler DLG-Sensorik Award 2019 

Der Lebensmitteltechnologe und Absolvent der Fachrichtung Lebensmitteltechnik der Hochschule Trier, Michael Féchir, ist mit dem Internationalen Sensorik Award 2019 der DLG ausgezeichnet worden.

Der Internationale DLG-Sensorik Award wird jährlich für herausragende Arbeiten der deutschsprachigen Sensorikwissenschaften vergeben. Die von Féchir im Rahmen einer kooperativen Promotion mit dem Leibniz-LSB@TUM geleistete Forschungsarbeit überzeugte durch ihre wissenschaftliche Qualität und ihren hohen praktischen Nutzen.

Das bis Oktober 2019 laufende, kooperative Forschungsprojekt wird vom Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI e.V.) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) gefördert.

Brotqualität durch Kneten verbessern

Weizenbrotteig mit einem hohen Gehalt an mechanisch modifizierter Stärke erfordert im Vergleich zu Brotteig aus Standardmehl längere Knetzeiten. Eine verlängerte Knetzeit verbessert die Mikrostruktur des Teigs und erhöht das Brotvolumen um fast 25 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Kooperationsstudie der TU München und des Leibniz-LSB@TUM.

Publikation: Hackenberg S, Vogel C, Scherf KA, Jekle M, Becker T (2019) Food Chem, 290: 64-71, DOI: 10.1016/j.foodchem.2019.03.016. Impact of altered starch functionality on wheat dough microstructure and its elongation behavior

Förderung:  Die Arbeit wurde im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (via AiF) über den Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) gefördert (Projekt AiF 18679N).

Seminarvortrag von Dr. Antonella Di Pizio am Forschungszentrum Jülich

Am 02. April hielt Dr. Antonella Di Pizio vom Leibniz-LSB@TUM einen Seminarvortrag am Forschungszentrum Jülich. Der Titel des Vortrags lautete: From chemistry to biology and back: molecular recognition of bitter molecules

Neues zum Thema Gluten und Weizenallergie

Die WDEIA (weizenabhängige anstrengungsinduzierte Anaphylaxie) ist eine seltene Form der Weizenallergie. Körperliche Aktivität, Alkohol oder bestimmte Medikamente stehen im Verdacht, die Aufnahme bestimmter Glutenbestandteile (Gliadine) aus dem Darm ins Blut zu erhöhen und so die Allergie auszulösen. Wie eine neue Studie unter maßgeblicher Beteiligung des Leibniz-LSB@TUM zeigt, ist die Höhe der Gliadinspiegel unabhängig von den benannten Faktoren  ̶  zumindest bei gesunden Personen. Ebenso wenig beobachteten die Forschenden einen Zusammenhang zwischen Gliadinspiegeln und Zonulin, einem Marker für die Durchlässigkeit der Darmbarriere.

Publikation: Scherf KA, Lindenau A-C, Valentini L, Collado MC, García-Mantrana I, Christensen MJ, Tomsitz D, Kugler C, Biedermann T, Brockow K (2019) Clin Transl Allergy, 9: 19, DOI: 10.1186/s13601-019-0260-0. Cofactors of wheat dependent exercise-induced anaphylaxis do not increase highly individual gliadin absorption in healthy volunteers

Förderung: Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Technischen Universität München (TUM) im Rahmen des Open Access Publishing Programms unterstützt.

März

Girls'Day am Leibniz-LSB@TUM

Am 28. März 2019 erhielten unsere jungen Gäste Einblick in die Forschungsarbeiten unseres Instituts und erfuhren viel über das Berufsbild eines Bioinformatikers. Unseren jungen Gästen hat der Tag sehr gefallen. Vielen Dank an alle, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben, um den Nachwuchs für die Wissenschaft zu begeistern.

Nicht nur zum Riechen und Schmecken gut – Chemorezeptoren bieten Ansätze für die Entwicklung neuer Medikamententherapien

Geruchs- und Geschmacksrezeptoren finden sich nicht nur in Nase bzw. Mund. Neueste Studien weisen darauf hin, dass sie im Körper noch andere Funktionen übernehmen, zum Beispiel bei der Immunabwehr oder der Regulation des Stoffwechsels. Daher könnten sie als Ansatzpunkte dienen, um computerunterstützt neue Therapeutika zu entwickeln. Ein Übersichtsartikel des Leibniz-LSB@TUM fasst nun die aktuelle Datenlage zu diesem Thema zusammen.  

Publikation: Di Pizio A, Behrens M, Krautwurst D. (2019) International Journal of Molecular Sciences, DOI: 10.3390/ijms20061402. Beyond the flavor: the potential druggability of chemosensory GPCRs

Förderung: Diese Arbeit wurde von der TUM im Rahmen des Open Access Publishing Programms unterstützt.

Benzolgehalt von Lebensmitteln sicher bestimmen

Benzol ist krebserregend. Daher ist es wichtig, den Benzolgehalt in aromatisierten Lebensmitteln genau bestimmen zu können, zum Beispiel in Getränken mit Kirschgeschmack. Ein Wissenschaftlerteam des Leibniz-LSB@TUM und der TU München hat nun eine neue, verlässliche Analysemethode entwickelt, mit der sich selbst noch geringste Benzol-Mengen in Lebensmitteln nachweisen lassen.

Publikation: Frank S, Hofmann T, Schieberle P (2019) Eur Food Res Technol, DOI: 10.1007/s00217-019-03267-3. Quantitation of benzene in flavourings and liquid foods containing added cherry-type flavour by a careful work-up procedure followed by a stable isotope dilution assay

Förderung: Die Arbeit wurde im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (via AiF) über den Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) gefördert (Projekt AiF 18813 N).

Der Duft von glutenfreiem Reismehl und -brot 

Menschen, die von der Darmerkrankung Zöliakie betroffen sind, müssen glutenhaltiges Brot meiden. Sie greifen daher oft auf glutenfreie Ersatzprodukte wie Reisbrot zurück. Eine neue Studie hat nun erstmals die Schlüsselgeruchsstoffe identifiziert, die den Duft von glutenfreiem Reismehl bzw. Reisbrot prägen. Die Ergebnisse können dazu beitragen, das Aroma und damit auch die Qualität von glutenfreiem Gebäck zu optimieren. Forschende des Leibniz-LSB@TUM waren an der Studie maßgeblich beteiligt.

Publikation: Boeswetter AR, Scherf KA, Schieberle P, Koehler P (2019) J Agric Food Chem, 67: 2963-2972, DOI: 10.1021/acs.jafc.9b00074. Identification of the key aroma compounds in gluten-free rice bread

Förderung: Die Arbeit wurde im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (via AiF) über den Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) gefördert (Projekt CORNET AiF 147 EN “GLUeLESS”).

Februar

Geruchsstoff-Profile von Propolis

Propolis ist ein von Bienen produziertes, wohlriechendes Kittharz, das antimikrobielle Eigenschaften besitzt. Lebensmittelhersteller verwenden es ebenso wie Kosmetikproduzenten. Eine US-amerikanische Studie hat nun die Geruchsstoff-Profile von Propolis-Proben eines Bienenstocks aus New Jersey über einen Zeitraum von drei Jahren untersucht. Die Ergebnisse werden dazu beitragen, neue Verfahren zur Qualitätskontrolle von Propolis zu entwickeln. An der Studie war auch das Leibniz-LSB@TUM beteiligt.

Publikation: Tomaszewski M, Dein M, Novy A, Hartman TG, Steinhaus M, Luckett CR, Munafo JP Jr (2019) J Agric Food Chem, 67: 1495−1503, DOI: 10.1021/acs.jafc.8b05965. Quantitation and seasonal variation of key odorants in propolis

Bioelektronische Zunge für Bitterstoffe entwickelt

Ein internationales Forscherteam, an dem auch das Leibniz-LSB@TUM beteiligt ist, hat eine zellbasierte „bioelektronische Zunge“ entwickelt. Sie dient dazu, spezifisch Bitterstoffe zu erkennen, die eine Thioharnstoff- oder Isothiocyanat-Gruppierung enthalten. Vorausgegangene Studien lassen annehmen, dass einige dieser Verbindungen anti-kanzerogen wirken. Das neue Testsystem könnte daher künftig in Lebensmittel- oder pharmazeutischen Studien zum Einsatz kommen. 

Publikation: Qin C, Qin Z, Zhao D, Pan, Zhuang L, Wan H, Di Pizio A, Malach E, Niv MY, Huang L, Hu N, Wang P (2019) Talanta, DOI: 10.1016/j.talanta.2019.02.021. A bioinspired in vitro bioelectronic tongue with human T2R38 receptor for high-specificity detection of N-C=S-containing compounds

Weizenproteine und Immunsystem

Weizen ist eine wichtige Nährstoffquelle, die auch zur Eiweißversorgung beiträgt. Jedoch kann das im Getreide enthaltene Klebereiweiß (Gluten) bei einigen Menschen die Darmerkrankung Zöliakie auslösen. Zudem stehen auch andere Weizenproteine im Verdacht, entzündliche Immunreaktionen zu triggern. Ein neuer Artikel des Leibniz-LSB@TUM gibt nun einen aktuellen Überblick über das Thema ‚Weizenproteine und Immunsystem‘.

Publikation: Scherf KA (2019) Curr Opin Food Sci, DOI: 10.1016/j.cofs.2019.02.003. Immunoreactive cereal proteins in wheat allergy, non-celiac gluten/wheat sensitivity (NCGS) and celiac disease

Förderung: Die Arbeit wurde von der Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen des Leibniz-Wettbewerbs 2016 unterstützt (Projekt: WHEATSCAN, K195/2015). 

Was machen Geschmacksrezeptoren im Gehirn?

Geschmacksrezeptoren sind nicht nur zum Schmecken gut, denn sie finden sich auch auf Zellen von Organen, die an der hormonellen Regulation des Körpers beteiligt sind. Hierzu zählen das Gehirn,  die Bauchspeichel- oder Schilddrüse. Ein aktueller Übersichtsartikel des Leibniz-LSB@TUM fasst jetzt zusammen, was die Wissenschaft bislang über mögliche Funktionen von Geschmacksrezeptoren im (neuro)endokrinen System weiß.

Publikation: Behrens M, Meyerhof W (2019) J Neuroendocrinol, DOI: 10.1111/jne.12691. A role for taste receptors in (neuro)endocrinology?

Januar

Bitterer Raps

Rapssaat enthält nicht nur Öl, sondern auch hochwertiges Eiweiß. Doch Proteinextrakte aus Raps besitzen eine intensive, bittere Fehlnote. Ein Team um den Lebensmittelchemiker Thomas Hofmann hat nun die für den bitteren Geschmack entscheidende Substanz identifiziert. Ein erster Schritt, um Raps für die menschliche Eiweißversorgung zu erschließen.

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Lebensmittelchemikerin mit Förderpreis ausgezeichnet

Dr. Kathrin Schalk hat am 17. Januar 2019 im Rahmen der 48. Wissenschaftlichen Informationstagung der Berlin-Brandenburgischen Gesellschaft für Getreideforschung e.V. in Berlin den wissenschaftlichen Förderpreis des Verbandes Deutscher Großbäckereien erhalten. Der Preis würdigt ihre hervorragende Dissertation mit dem Titel „Development of targeted mass spectrometric methods for the quantitation of gluten-specific peptides in foods“.

Link: http://www.grossbaecker.de/pressemeldungen-detail/pressemeldung-wissenschaftlicher-foerderpreis-2019.html

Craft-Bier kühl lagern und möglichst frisch konsumieren

Eine neue Untersuchung des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München (Leibniz-LSB@TUM) zeigt: Craft-Bier sollte man unbedingt kühl lagern und so frisch wie möglich konsumieren. Laut Studie hat kühl gelagertes Bier bereits nach drei Monaten über ein Drittel eines wichtigen Hopfengeruchsstoffs eingebüßt, der das typische Aroma vieler Craft-Biere prägt. Eine Lagerung bei Raumtemperatur lässt den Gehalt dieser Substanz noch deutlicher sinken.

Martin Steinhaus und Klaas Reglitz vom Leibniz-LSB@TUM veröffentlichen ihre Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift BrewingScience, doi.org/10.23763/BRSC18-13STEINHAUS.

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2018

November

Lebenswissenschaften für die Sinne

15. November 2018

Im Rahmen des 16. Journalisten-Workshop der Promega GmbH zum Thema „Lebenswissenschaften für die Sinne“ stellte PD Dr. Dietmar Krautwurst neueste Erkenntnisse aus seinem Forschungsbereich vor. Er leitet am Leibniz-LSB@TUM die Sektion II und erforscht mit seinem Team u. a. die Funktion von Geruchsrezeptoren, die sich nicht nur in der Nase, sondern auch auf Zellen des Immunsystems (Leukozyten) befinden.

Warum Einkorn besser für Menschen mit Weizenunverträglichkeit sein könnte

Moderne, aber auch ursprüngliche Weizenarten wie Einkorn, Emmer und Dinkel enthalten natürlicherweise eine Gruppe von Eiweißmolekülen, die im Verdacht steht, Symptome einer Weizenunverträglichkeit auszulösen. Eine neue Studie des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München zeigt erstmals im direkten Vergleich, dass Einkorn im Gegensatz zu Brotweizen, Hartweizen, Dinkel und Emmer keine oder deutlich geringere Mengen dieser Eiweiße enthält. Die Forschenden veröffentlichten ihre Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Journal of Agricultural and Food Chemistry.

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Unser Stand bei den 18. Münchner Wissenschaftstagen

Unser Thema: Arbeitswelt Lebensmittelforschung 4.0

Damit Käse & Co. besser schmecken – Geschmacksgebenden Fragmenten auf der Spur

Freising, 06. November 2018

Forschende der Technischen Universität München (TUM), des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie und der Universität Hohenheim haben einen neuen methodischen Ansatz entwickelt. Er ermöglicht es, geschmacksgebende Eiweißfragmente in Lebensmitteln wie Käse oder Joghurt schneller zu identifizieren und damit Produktionsprozesse zu optimieren.

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Oktober

FEMA Excellence in Flavor Science Award 2018

22. Oktober 2018

Prof. Dr. Thomas Hofmann ist im Rahmen der 49. Herbsttagung der Flavor and Extract Manufacturers Association of the United States (FEMA) in New York, USA, mit dem FEMA Excellence in Flavour Science Award 2018 ausgezeichnet worden. Die Organisation verleiht den Preis an Forscher, die durch ihre wissenschaftliche Arbeit und ihr außerordentliches Engagement die Geschmacks- und Aromaforschung wesentlich vorangebracht haben sowie international als führende Wissenschaftler auf diesem Gebiet anerkannt sind.

Prof. Hofmann ist der jüngste Preisträger. Er folgt renommierten Experten wie Prof. Wolfgang Meyerhof (2014) und Prof. Peter Schieberle (2008).

2018 AACC International Young Scientist Research Award 

22. Oktober 2018
Dr. Katharina Scherf ist im Rahmen des 2018 AACC International Annual Meetings in London, UK, mit dem Young Scientist Research Award ausgezeichnet worden. Dieser Preis wird für herausragende Forschungsleistungen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der grundlegenden und angewandten Getreidewissenschaften verliehen, die durch ihren Beitrag wesentlich die Getreideforschung vorangebracht haben und diese in Zukunft weiter gestalten werden.

http://aaccnet.org/membership/awards/Pages/YoungScientistResearch.aspx

Thomas Hofmann wird neuer Präsident der TUM

Freising 17.10.2018

Der Hochschulrat der Technischen Universität München (TUM) hat Prof. Thomas Hofmann (50) zum Präsidenten der TUM gewählt. Der erfahrene Hochschulmanager ist seit 2009 Geschäftsführender Vizepräsident für Forschung und Innovation der TUM. Er hatte bedeutenden Anteil an den Erfolgen der TUM in der Exzellenzinitiative. Unter seiner Leitung hat sich die TUM zudem zur gründungsfreundlichsten Universität in Deutschland entwickelt. Der Inhaber des Lehrstuhls für Lebensmittelchemie und Molekulare Sensorik und Direktor des Leibniz-LSB@TUM wird am 1. Oktober 2019 auf Prof. Wolfgang A. Herrmann folgen, der die TUM in 23 Jahren tiefgreifend reformiert und auf internationales Spitzenniveau geführt hat.

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Neuer Gluten-Test auf dem Prüfstand

Ein neuer Gluten-ELISA-Test verwendet erstmals vier verschiedene Antikörper gleichzeitig. Er ist so in der Lage, Gluten-Verunreinigungen in Haferprodukten zu erkennen, die aus Weizen, Roggen und Gerste stammen. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber bisher verwendeten Antikörper-basierten Tests, die lediglich eine bestimmte Glutenfraktion (Prolamine) detektieren. In den vergangenen drei Wochen haben 19 Laboratorien aus aller Welt unter Führung von Dr. Katharina Scherf vom Leibniz-LSB@TUM überprüft, ob das Testkit hält was es verspricht und den Glutengehalt in Hafer und Haferprodukten zuverlässig und sicher bestimmt. Die Ergebnisse werden in Kürze vorliegen.

Das neue Testkit (RIDASCREEN® Total Gluten, R7041) ist ein Ergebnis des vom BMBF geförderten Verbundprojekts „Fluoreszenzoptisches Schnelltestsystem für den sensitiven Nachweis von Gluten (GLUTEVIS)“.

Damit Hustensaft nicht mehr so bitter schmeckt

Ein internationales Forscherteam hat jetzt neuartige Medikamentenvorstufen für einen schleimlösenden Wirkstoff entwickelt, der freiverkäuflichen Hustenlösern eine bittere Note verleiht. Die neuen Substanzen könnten künftig dazu beitragen, altbewährten Hustensäften die Bitterkeit zu nehmen, da sie den Bitterrezeptor TAS2R14 auf der Zunge nicht aktivieren. Die Substanzen sind bei neutralem pH-Wert stabil. Erst Magensäure wandelt sie in den aktiven, bitter schmeckenden Wirkstoff Guaifenesin um. Besonders Kleinkinder lehnen bittere Medizin oft ab und würden von geschmacklich verbessertem Hustensaft profitieren.

Am Kooperationsprojekt waren auch Forschende des Leibniz-LSB@TUM beteiligt.

Publikation: Thawabteh A, Lelario F, Scrano L, Bufo SA, Nowak S, Behrens M, Di Pizio A, Niv MY, Karaman R (2018) Chem Biol Drug Des, DOI: 10.1111/cbdd.13409. Bitterless guaifenesin prodrugs – design, synthesis, characterization, in vitro kinetics and bitterness studies 

Wir öffnen unsere Türen!

Zum 150-jährigen Bestehen öffnet die Technische Universität München (TUM) am 13. Oktober 2018 an allen vier großen Standorten ihre Türen. Auch das Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der TUM und der Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und molekulare Sensorik sind in der Zeit von 11.00 bis 17.00 Uhr mit dabei.

Besuchen Sie uns am Wissenschaftsstandort Freising – Weihenstephan! Tauchen Sie ein in die Welt der modernen Lebensmittelforschung und testen Sie Ihre chemischen Sinne. Erfahren Sie mehr über Aroma, Geruch und Geschmack oder warum Süßes auch manchmal bitter schmeckt. Erweitern Sie Ihr Wissen über Weizenunverträglichkeiten und Gluten.

Neben interaktiven Exponaten, interessanten Gesprächen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bieten wir auch Führungen durch unsere Labore an. 

Wann: Samstag, 13. Oktober 2018, von 11.00 bis 17.00 Uhr

Wo: Lise-Meitner-Straße 34, 85354 Freising

Wir sind über den Shuttlebus der TUM gut zu erreichen!

Unser Programm finden Sie hier.

Gesamtangebot der TUM: https://www.tum.de/unileben/veranstaltungen/tag-der-offenen-tuer/

 

enable 2.0: Risikomarker für Übergewicht im Kindesalter

Massives Übergewicht bei Kindern ist ein Gesundheitsproblem, denn die Betroffenen nehmen die überzähligen Pfunde meist mit ins Erwachsenenalter. Damit steigt auch die Gefahr für später auftretende übergewichtsbedingte Krankheiten. Zu diesen zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebsarten. Um gezielt vorbeugen zu können, ist es wichtig, gefährdete Kinder so früh wie möglich zu identifizieren.

enable ist eins der vom BMBF geförderten vier Kompetenzcluster der Ernährungsforschung. Sowohl das Leibniz-LSB@TUM als auch der Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und Molekulare Sensorik der TUM sind an dem Verbundvorhaben mit jeweils einem Teilprojekt beteiligt. Um neue Ernährungsstrategien gegen Übergewicht bei Kindern zu entwickeln, arbeiten beide Einrichtungen mit dem Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU zusammen. Ihr Ziel ist es, Biomarker zu identifizieren, mit denen sich stark gefährdete Kinder bereits im Babyalter erkennen lassen.

Beteiligte Forscher am Leibniz-LSB@TUM: Prof. Thomas Hofmann, PD Dr. Dietmar Krautwurst, Dr. Patrick Marcinek und Andreas Dunkel.

Bioflavour  2018 - Biotechnology of Flavours, Fragrances and Functional Ingredients

18. - 21. September 2018 DECHEMA-Haus, Frankfurt am Main

Keynote Speakers from Leibniz-LSB@TUM:

Dietmar Krautwurst
From flavours to bioactives – chemoreceptors you always meet twice
Martin Steinhaus
Strategies for the discovery of novel aroma-active key compounds in foods

Neues AiF-Projekt gestartet: „Hitze macht den Unterschied: Direktsäfte im Vergleich“

Hintergrund:

Es gibt unterschiedliche Methoden, um Direktsäfte haltbar zu machen. Neben der klassischen Hitze-Pasteurisierung gibt es auch schonende Verfahren, bei denen die relativ hohe thermische Belastung der Produkte entfällt. Dies trägt dazu bei, das natürliche Aroma, den frischen Geschmack sowie einen hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen im Saft zu erhalten.

Die Saftqualität ist nach der klassischen Pasteurisierung stark verändert. Dennoch bietet der Markt oft Produkte als schonend hergestellt an, die als Basis hitze-pasteurisierte Säfte enthalten. Häufig werden solche Säfte zum gleichen Preis wie komplett schonend verarbeitete, hochwertige Direktsäfte verkauft. Dies ist sowohl für Verbraucher als auch für Hersteller hochwertiger Produkte von Nachteil. Bislang fehlen jedoch einfache, aber präzise Methoden, mit denen sich eine solche Falschvermarktung nachweisen lässt.

Forschungsziel:

Das Ziel des neuen Forschungsprojekts ist es, geeignete Nachweisverfahren zu entwickeln, um Falschvermarktungen aufzudecken. An dem Kooperationsprojekt forschen PD Dr. Martin Steinhaus und Eva Bauersachs vom Leibniz-LSB@TUM gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Prof. Andreas Schieber von der Universität Bonn.

Förderung:

Das Kooperationsprojekt wird über die Forschungsvereinigung Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) und über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Link zum AiF-Projekt.

Lebensmittelinhaltsstoff mit potentiellen Nebenwirkungen

Tyramin ist eine natürliche, bioaktive Substanz, die wir über verschiedene Lebensmittel aufnehmen. Insbesondere bestimmte Käsesorten wie Roquefort oder Soja Soße können größere Mengen enthalten. Bei einer übermäßigen Aufnahme oder in Zusammenhang mit der Einnahme bestimmter Medikamente kann Tyramin toxisch wirken und extremen Bluthochdruck, pseudoallergische Reaktionen sowie Migräne verursachen.

Wissenschaftler des Leibniz-LSB@TUM haben nun Daten zum Tyramingehalt von über 100 Lebensmitteln in einem Übersichtsartikel zusammengestellt. Zudem beschreiben sie die Faktoren, die den Gehalt des biogenen Amins beeinflussen, sowie die molekularen Zielstrukturen, über die Tyramin seine Wirkung im menschlichen Körper entfaltet.

Publikation: Andersen G, Marcinek P, Sulzinger N, Schieberle P, Krautwurst D (2018) Nutrition Reviews, DOI: 10.1093/nutrit/nuy036. Food sources and biomolecular targets of tyramine

Mehl-Schnelltest weiterentwickelt

Die Ergebnisse einer Vergleichsstudie des Leibniz-LSB@TUM erlauben es erstmals, die Backqualität von Dinkel-, Emmer- und Einkorn-Vollkornmehl schnell und verlässlich vorherzusagen. "Die neuen Resultate könnten zukünftig dazu beitragen, zeitraubende und aufwendige Voruntersuchungen im Labor zu ersetzen", sagt Dr. Katharina Scherf, die am Institut die Arbeitsgruppe Functional Biopolymer Chemistry leitet. Die Publikation finden Sie hier.

Lesen Sie auch die zugehörige Pressemitteilung!

Förderung:

Das Kooperationsprojekt wurde über die Forschungsvereinigung Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) und über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie  gefördert. 

August

Bitterrezeptor im Darm wirkt antidiabetisch

Der von einem Hopfeninhaltsstoff abgeleitete, synthetische Bitterstoff KDT501 vermittelt seine antidiabetische Wirkung über einen Bitterrezeptor im Magendarmtrakt - zumindest bei Mäusen. Die extraoralen Bitterrezeptoren könnten daher zukünftig bei der Behandlung von Stoffwechselerkrankungen eine Rolle spielen.

Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Kooperationsprojekt des Scripps Research Institute in La Jolla, USA, an dem auch Dr. Maik Behrens vom Leibniz-LSB@TUM beteiligt ist. Die Publikation finden sie hier.

Schaumkrone: Kulturgut Bier

Thomas Hofmann, Direktor des Leibniz-LSB@TUM, im Gespräch mit „leibniz“, dem Magazin der Leibniz-Gemeinschaft. Thema: Genuss und Braukunst

Meilenstein: Weizen Genom entschlüsselt

Wissenschaftler haben nun mehr als 94% des Genoms von Brotweizen entschlüsselt. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, die globale Ernährung zu sichern und möglicherweise einige Immunstörungen wie Zöliakie oder Weizenallergien zu lindern.

"[Dies] ist ein echter Meilenstein in der Weizenforschung. Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für zukünftige Züchtungsstrategien. Sie werden dabei helfen, Weizensorten zu verbessern, die widerstandsfähig gegen Klimawandel, Schädlinge und Pathogene sind und gleichzeitig eine gute landwirtschaftliche Leistung in Bezug auf Ertrag und Nährstoffdichte bieten" kommentiert Katharina Scherf vom Leibniz-LSB@TUM in AXIOS. Lesen Sie mehr...

Das Programm für das AACC International Meeting in London steht!

Dr. Katharina Scherf ist diesjähriger Program Team Chair des im Oktober 2018 stattfindenden AACC International Meetings in London. Sie ist für die Organisation des wissenschaftlichen Programms verantwortlich, das nun steht. Am Leibniz-LSB@TUM leitet sie die Arbeitsgruppe Functional Biopolymer Chemistry. Mehr Infos zum Meeting finden Sie in Cereal Foods World

Juli

Gluten-Tests im Vergleich

Das in Getreidearten wie Weizen enthaltene Gluten kann bei erblich vorbelasteten Menschen die Darmkrankheit Zöliakie auslösen. Zuverlässige Analysemethoden sind daher wichtig, um sicherzustellen, dass glutenfreie Produkte nicht mehr als 20 mg/kg Gluten enthalten. Ein Team um Dr. Katharina Scherf vom Leibniz-LSB@TUM hat nun die Zuverlässigkeit verschiedener immunologischer Nachweismethoden für Gluten miteinander verglichen. Wie es feststellt, bestehen teilweise große Unterschiede zwischen den Methoden, insbesondere beim Nachweis von Gluten aus Dinkel, Durum-Weizen, Emmer und Einkorn. Die Studienergebnisse weisen darauf hin, dass hinsichtlich der Nachweismethoden für Gluten noch Optimierungsbedarf besteht.

Schopf M, Scherf KA (2018) Journal of Cereal Science 83: 32-41, Wheat cultivar and species influence variability of gluten ELISA analyses based on polyclonal and monoclonal antibodies R5 and G12.

Gedankenaustausch zu Ernährungsfragen

19. Juli 2018. Hans-Joachim Fuchtel, Mitglied des deutschen Bundestages und Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft besucht das Leibniz-LSB@TUM. Prof. Dr. Hofmann gab einen Einblick in die aktuellen Forschungsthemen des Leibniz-Instituts.

Die molekulare Welt der Gerüche: Von ersten Geigen zum sensorischen Klangbild

Am 06. Juli 2018 hielt Prof. Thomas Hofmann anlässlich der Akademischen Jahresfeier der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen einen Vortrag zum Thema: Die molekulare Welt der Gerüche: Von ersten Geigen zum sensorischen Klangbild.

Juni

100 Jahre Molekulare Lebensmittel- und Ernährungsforschung

Das Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München feierte am 15. Juni 2018 sein 100-jähriges Jubiläum.

Video mit Grüßen an das Institut und Impressionen der Feier.

16,7 Mio Euro für die Forschungsinfrastruktur

Knapp 17 Millionen Euro wird das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie dem Leibniz-LSB@TUM für Investitionen in eine moderne Forschungsinfrastruktur zur Verfügung stellen, um die starke Stellung des Instituts als Innovationsmotor weiter auszubauen.

Pressemitteilung zur Hundertjahrfeier

100 Jahre innovative Forschung für eine gesunde und schmackhafte Ernährung

Am 15. Juni 2018 feierte das Leibniz-LSB@TUM sein hundertjähriges Jubiläum im Rahmen eines wissenschaftlichen Festsymposiums mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

Pressemitteilung zur Hundertjahrfeier

14. Juni 2018: Neues AiF-Projekt „Aktivität von Amylase-Trypsin-Inhibitoren“ geht an den Start

Hintergrund

Amylase-Trypsin-Inhibitoren sind Enzyme, die natürlicherweise in glutenhaltigen Getreidearten wie Weizen und damit auch in Backwaren enthalten sind. Jüngste Forschungsergebnisse des Teams um Prof. Dr. Dr. Detlef Schuppan vom Institut für Translationale Immunologie der Universitätsmedizin Mainz weisen darauf hin, dass nicht vorrangig Gluten, sondern besagte Enzyme für die Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität verantwortlich sind. Die Symptome dieser Erkrankung treten vorwiegend extraintestinal, also nicht im Verdauungstrakt auf. Hierzu zählen Benommenheit, Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, Hautveränderungen und depressive Verstimmungen. Ebenso können sich bereits vorhandene chronische Erkrankungen verschlimmern. Schuppan geht davon aus, dass die Enzyme bei einigen Menschen das angeborene Immunsystem im Dünndarm aktivieren, das normalerweise für das Erkennen von Krankheitserregern verantwortlich ist. Ist es aktiv, setzt es u. a. entzündungsfördernde Stoffe frei und verursacht so die Beschwerden bei den Betroffenen. Da die Immunreaktion rein dosisabhängig ist, reicht es laut Aussage der Wissenschaftler aus, die Enzymaufnahme um ca. 80 – 95 Prozent zu verringern, um das Auftreten von Krankheitszeichen zu verhindern. Bislang ist jedoch unklar, wie die Enzym-Konzentrationen und -Aktivitäten in Getreideprodukten wie Brot miteinander korrelieren oder inwieweit unterschiedliche Herstellungsprozesse und verwendete Getreidearten/-sorten diese beeinflussen.

Forschungsziel

Im neuen Forschungsprojekt arbeiten daher Sabrina Geißlitz und Projektleiterin Dr. Katharina Scherf vom Leibniz-LSB@TUM mit dem Team von Prof. Schuppan eng zusammen, um zur Klärung dieser Punkte beizutragen. Ihr Ziel ist es, empfindliche und verlässliche Nachweismethoden für Dienstleistungslaboratorien zu entwickeln, die es ermöglichen, die Herstellungsprozesse von Backwaren so zu optimieren, dass in den Produkten der Enzymgehalt nur noch minimal ist. Das Resultat wären gut kontrollierte Backwaren, die bekömmlicher für Patienten mit einer Weizensensitivität oder einem Reizdarm sind. 

Das Kooperationsprojekt wird über die Forschungsvereinigung Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) und über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund 458.000 Euro gefördert. 

9. Juni 2018: Teilnahme an der Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin

Von 17 bis 24 Uhr, zur Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin präsentierten Wissenschaftlerinnen des Leibniz-LSB@TUM gemeinsam mit Forschungspartnern aus dem Leibniz-Forschungsverbund „Nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung“ ihre Forschung in der Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft

Beim Stand des Leibniz-LSB@TUM ging es rund um die Fragen: Ist Gluten generell gesundheitsschädlich? Wie verträglich ist Weizen? Sind alte Sorten besser als neue? Fragen, denen die Leibniz-LSB@TUM-Forscher zusammen mit Kollegen des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben im Projekt "Wheatscan" gemeinsam nachgehen. Forschungsziel des Wheatscan-Projekts ist es, dazu beizutragen, die Ursachen der Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität (NCWS) aufzuklären. Hierzu untersucht das Konsortium 60 deutsche Weizensorten, die zwischen 1891 und 2010 den Anbau in Deutschland dominierten. Die Forschungsergebnisse sollen eine wissenschaftliche Basis schaffen, um neue Weizensorten zu entwickeln, welche ein möglichst geringes krankheitsförderndes Potential bei guten Nährstoffgehalten und Produkteigenschaften besitzen, sowie eine ausreichende Rentabilität gewährleisten.

April

Leibniz-LSB@TUM-Publikation auf dem Cover des Journal of Agricultural and Food Chemistry 

Dr. Katharina Scherf, die am Institut die Arbeitsgruppe Functional Biopolymer Chemistry leitet, veröffentlicht zusammen mit Kollegen in der Aprilausgabe des Journal of Agricultural and Food Chemistry einen Artikel über eine neue Nachweismethode für Gluten. Gluten kann bei bestimmten Menschen bereits in geringen Mengen die entzündliche Darmerkrankung Zöliakie auslösen. Zu wissen, ob und wie viel Gluten in Getreideprodukten enthalten ist, ist daher für Betroffene sehr wichtig. 

Bei der neuen Methode handelt es sich um ein Tandemverfahren, bei dem Flüssigkeitschromatographie und Massenspektrometrie gekoppelt sind. Hierdurch lassen sich auch noch sehr geringe Glutenmengen in Gersten-, Roggen- und Haferprodukten quantitativ nachweisen. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass sich mit ihr, anders als bei den bislang verwendeten Methoden, der gesamte Glutengehalt der Probe ermitteln lässt und nicht nur der Gehalt einer bestimmten Glutenfraktion (Prolaminfraktion). Mehr…

Sensoren für Lebensmittelaromen – Geruchsrezeptoren als "analytische, molekulare Nase“

Am 10. April 2018 spricht Dr. Dietmar Krautwurst, Leiter der Sektion II am Leibniz-LSB@TUM, auf der Internationalen Leitmesse analytica in München über ein neues Meßsystem, das er mit seinem Team entwickelt hat und das dazu dient, komplexe lebensmitteltypische Aromen zu digitalisieren. Die mithilfe des Systems gewonnenen Aromasignaturen können in Lebensmittelproduktionsprozessen zur Analytik und Qualitätssicherung eingesetzt werden.

Link zur Termindatenbank der 26. Leitmesse...

100 Jahre erfolgreiche molekulare Lebensmittel- und Ernährungsforschung

Seit dem 03. April 2018 blickt das Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der technischen Universität München (Leibniz-LSB@TUM) voller Stolz auf 100 Jahre erfolgreiche molekulare Lebensmittel- und Ernährungsforschung zurück. Seinen Ursprung hat das Institut in der 1918 von der königlich-bayerischen Regierung als öffentlich-rechtliche Stiftung gegründeten Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie. Gründungsdirektor war Geheimrat Prof. Dr. phil. Dr. med. Theodor Paul, der damals den Lehrstuhl für Pharmazie und angewandte Chemie der Universität München innehatte. Die erste Sitzung des Stiftungsrats fand am 31. Juli 1918 in München statt. Mehr über die spannende Institutsgeschichte erfahren sie hier.

Am Freitag, dem 15. Juni 2018, werden wir unser 100-jähriges Jubiläum im Rahmen eines wissenschaftlichen Festsymposiums gebührend feiern.

März

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe:

„TUM@Freising“ spricht Prof. Thomas Hofmann im Lindenkeller über „Was schmeckt, wenn’s schmeckt?“

Am 13. März 2018 spricht Prof. Dr. Thomas Hofmann, Leiter des TUM-Lehrstuhls für Lebensmittelchemie und Molekulare Sensorik und wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der TUM, über unsere Sinneswahrnehmung von Gerüchen und Geschmäckern. Denn wie eintönig wäre unser Leben ohne die Fähigkeit, Düfte und Aromen zu erkennen und zu genießen? Prof. Hofmann wird darstellen, wie komplex unser Geschmackssinn funktioniert – und wie Forscher den Geschmack unseres Essens beeinflussen können.

Link zu Webseite der Veranstaltungsreihe...