Leibniz-LSB@TUM-News

Leibniz-LSB@TUM-Wissenschaftler erforschen die biologischen Funktionen von sensorisch- und ernährungsrelevanten Lebensmittelinhaltsstoffen und deren Effekte auf den menschlichen Organismus. Hierzu arbeiten Chemiker, Biologen, Technologen und Bioinformatiker interdisziplinär zusammen - da gibt es immer etwas Neues zu berichten. 

2018

August

Das Programm für das AACC International Meeting in London steht!

Dr. Katharina Scherf ist diesjähriger Program Team Chair des im Oktober 2018 stattfindenden AACC International Meetings in London. Sie ist für die Organisation des wissenschaftlichen Programms verantwortlich, das nun steht. Am Leibniz-LSB@TUM leitet sie die Arbeitsgruppe Functional Biopolymer Chemistry. Mehr Infos zum Meeting finden Sie in Cereal Foods World

Juli

Gluten-Tests im Vergleich

Das in Getreidearten wie Weizen enthaltene Gluten kann bei erblich vorbelasteten Menschen die Darmkrankheit Zöliakie auslösen. Zuverlässige Analysemethoden sind daher wichtig, um sicherzustellen, dass glutenfreie Produkte nicht mehr als 20 mg/kg Gluten enthalten. Ein Team um Dr. Katharina Scherf vom Leibniz-LSB@TUM hat nun die Zuverlässigkeit verschiedener immunologischer Nachweismethoden für Gluten miteinander verglichen. Wie es feststellt, bestehen teilweise große Unterschiede zwischen den Methoden, insbesondere beim Nachweis von Gluten aus Dinkel, Durum-Weizen, Emmer und Einkorn. Die Studienergebnisse weisen darauf hin, dass hinsichtlich der Nachweismethoden für Gluten noch Optimierungsbedarf besteht.

Schopf M, Scherf KA (2018) Journal of Cereal Science 83: 32-41, Wheat cultivar and species influence variability of gluten ELISA analyses based on polyclonal and monoclonal antibodies R5 and G12.

Gedankenaustausch zu Ernährungsfragen

19. Juli 2018. Hans-Joachim Fuchtel, Mitglied des deutschen Bundestages und Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft besucht das Leibniz-LSB@TUM. Prof. Dr. Hofmann gab einen Einblick in die aktuellen Forschungsthemen des Leibniz-Instituts.

Die molekulare Welt der Gerüche: Von ersten Geigen zum sensorischen Klangbild

Am 06. Juli 2018 hielt Prof. Thomas Hofmann anlässlich der Akademischen Jahresfeier der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen einen Vortrag zum Thema: Die molekulare Welt der Gerüche: Von ersten Geigen zum sensorischen Klangbild.

Juni

100 Jahre Molekulare Lebensmittel- und Ernährungsforschung

Das Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München feierte am 15. Juni 2018 sein 100-jähriges Jubiläum.

Video mit Grüßen an das Institut und Impressionen der Feier.

16,7 Mio Euro für die Forschungsinfrastruktur

Knapp 17 Millionen Euro wird das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie dem Leibniz-LSB@TUM für Investitionen in eine moderne Forschungsinfrastruktur zur Verfügung stellen, um die starke Stellung des Instituts als Innovationsmotor weiter auszubauen.

Pressemitteilung zur Hundertjahrfeier

100 Jahre innovative Forschung für eine gesunde und schmackhafte Ernährung

Am 15. Juni 2018 feierte das Leibniz-LSB@TUM sein hundertjähriges Jubiläum im Rahmen eines wissenschaftlichen Festsymposiums mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

Pressemitteilung zur Hundertjahrfeier

14. Juni 2018: Neues AiF-Projekt „Aktivität von Amylase-Trypsin-Inhibitoren“ geht an den Start

Hintergrund

Amylase-Trypsin-Inhibitoren sind Enzyme, die natürlicherweise in glutenhaltigen Getreidearten wie Weizen und damit auch in Backwaren enthalten sind. Jüngste Forschungsergebnisse des Teams um Prof. Dr. Dr. Detlef Schuppan vom Institut für Translationale Immunologie der Universitätsmedizin Mainz weisen darauf hin, dass nicht vorrangig Gluten, sondern besagte Enzyme für die Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität verantwortlich sind. Die Symptome dieser Erkrankung treten vorwiegend extraintestinal, also nicht im Verdauungstrakt auf. Hierzu zählen Benommenheit, Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, Hautveränderungen und depressive Verstimmungen. Ebenso können sich bereits vorhandene chronische Erkrankungen verschlimmern. Schuppan geht davon aus, dass die Enzyme bei einigen Menschen das angeborene Immunsystem im Dünndarm aktivieren, das normalerweise für das Erkennen von Krankheitserregern verantwortlich ist. Ist es aktiv, setzt es u. a. entzündungsfördernde Stoffe frei und verursacht so die Beschwerden bei den Betroffenen. Da die Immunreaktion rein dosisabhängig ist, reicht es laut Aussage der Wissenschaftler aus, die Enzymaufnahme um ca. 80 – 95 Prozent zu verringern, um das Auftreten von Krankheitszeichen zu verhindern. Bislang ist jedoch unklar, wie die Enzym-Konzentrationen und -Aktivitäten in Getreideprodukten wie Brot miteinander korrelieren oder inwieweit unterschiedliche Herstellungsprozesse und verwendete Getreidearten/-sorten diese beeinflussen.

Forschungsziel

Im neuen Forschungsprojekt arbeiten daher Sabrina Geißlitz und Projektleiterin Dr. Katharina Scherf vom Leibniz-LSB@TUM mit dem Team von Prof. Schuppan eng zusammen, um zur Klärung dieser Punkte beizutragen. Ihr Ziel ist es, empfindliche und verlässliche Nachweismethoden für Dienstleistungslaboratorien zu entwickeln, die es ermöglichen, die Herstellungsprozesse von Backwaren so zu optimieren, dass in den Produkten der Enzymgehalt nur noch minimal ist. Das Resultat wären gut kontrollierte Backwaren, die bekömmlicher für Patienten mit einer Weizensensitivität oder einem Reizdarm sind. 

Das Kooperationsprojekt wird über die Forschungsvereinigung Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) und über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund 458.000 Euro gefördert. 

9. Juni 2018: Teilnahme an der Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin

Von 17 bis 24 Uhr, zur Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin präsentierten Wissenschaftlerinnen des Leibniz-LSB@TUM gemeinsam mit Forschungspartnern aus dem Leibniz-Forschungsverbund „Nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung“ ihre Forschung in der Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft

Beim Stand des Leibniz-LSB@TUM ging es rund um die Fragen: Ist Gluten generell gesundheitsschädlich? Wie verträglich ist Weizen? Sind alte Sorten besser als neue? Fragen, denen die Leibniz-LSB@TUM-Forscher zusammen mit Kollegen des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben im Projekt "Wheatscan" gemeinsam nachgehen. Forschungsziel des Wheatscan-Projekts ist es, dazu beizutragen, die Ursachen der Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität (NCWS) aufzuklären. Hierzu untersucht das Konsortium 60 deutsche Weizensorten, die zwischen 1891 und 2010 den Anbau in Deutschland dominierten. Die Forschungsergebnisse sollen eine wissenschaftliche Basis schaffen, um neue Weizensorten zu entwickeln, welche ein möglichst geringes krankheitsförderndes Potential bei guten Nährstoffgehalten und Produkteigenschaften besitzen, sowie eine ausreichende Rentabilität gewährleisten.

April

Leibniz-LSB@TUM-Publikation auf dem Cover des Journal of Agricultural and Food Chemistry 

Dr. Katharina Scherf, die am Institut die Arbeitsgruppe Functional Biopolymer Chemistry leitet, veröffentlicht zusammen mit Kollegen in der Aprilausgabe des Journal of Agricultural and Food Chemistry einen Artikel über eine neue Nachweismethode für Gluten. Gluten kann bei bestimmten Menschen bereits in geringen Mengen die entzündliche Darmerkrankung Zöliakie auslösen. Zu wissen, ob und wie viel Gluten in Getreideprodukten enthalten ist, ist daher für Betroffene sehr wichtig. 

Bei der neuen Methode handelt es sich um ein Tandemverfahren, bei dem Flüssigkeitschromatographie und Massenspektrometrie gekoppelt sind. Hierdurch lassen sich auch noch sehr geringe Glutenmengen in Gersten-, Roggen- und Haferprodukten quantitativ nachweisen. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass sich mit ihr, anders als bei den bislang verwendeten Methoden, der gesamte Glutengehalt der Probe ermitteln lässt und nicht nur der Gehalt einer bestimmten Glutenfraktion (Prolaminfraktion). Mehr…

Sensoren für Lebensmittelaromen – Geruchsrezeptoren als "analytische, molekulare Nase“

Am 10. April 2018 spricht Dr. Dietmar Krautwurst, Leiter der Sektion II am Leibniz-LSB@TUM, auf der Internationalen Leitmesse analytica in München über ein neues Meßsystem, das er mit seinem Team entwickelt hat und das dazu dient, komplexe lebensmitteltypische Aromen zu digitalisieren. Die mithilfe des Systems gewonnenen Aromasignaturen können in Lebensmittelproduktionsprozessen zur Analytik und Qualitätssicherung eingesetzt werden.

Link zur Termindatenbank der 26. Leitmesse...

100 Jahre erfolgreiche molekulare Lebensmittel- und Ernährungsforschung

Seit dem 03. April 2018 blickt das Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der technischen Universität München (Leibniz-LSB@TUM) voller Stolz auf 100 Jahre erfolgreiche molekulare Lebensmittel- und Ernährungsforschung zurück. Seinen Ursprung hat das Institut in der 1918 von der königlich-bayerischen Regierung als öffentlich-rechtliche Stiftung gegründeten Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie. Gründungsdirektor war Geheimrat Prof. Dr. phil. Dr. med. Theodor Paul, der damals den Lehrstuhl für Pharmazie und angewandte Chemie der Universität München innehatte. Die erste Sitzung des Stiftungsrats fand am 31. Juli 1918 in München statt. Mehr über die spannende Institutsgeschichte erfahren sie hier.

Am Freitag, dem 15. Juni 2018, werden wir unser 100-jähriges Jubiläum im Rahmen eines wissenschaftlichen Festsymposiums gebührend feiern.

März

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe:

„TUM@Freising“ spricht Prof. Thomas Hofmann im Lindenkeller über „Was schmeckt, wenn’s schmeckt?“

Am 13. März 2018 spricht Prof. Dr. Thomas Hofmann, Leiter des TUM-Lehrstuhls für Lebensmittelchemie und Molekulare Sensorik und wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der TUM, über unsere Sinneswahrnehmung von Gerüchen und Geschmäckern. Denn wie eintönig wäre unser Leben ohne die Fähigkeit, Düfte und Aromen zu erkennen und zu genießen? Prof. Hofmann wird darstellen, wie komplex unser Geschmackssinn funktioniert – und wie Forscher den Geschmack unseres Essens beeinflussen können.

Link zu Webseite der Veranstaltungsreihe...