Leibniz-LSB@TUM-News 2023

Dezember

Frohe Weihnachten!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

liebe Freunde und Kooperationspartner,

mit den bevorstehenden Weihnachtstagen neigt sich das Jahr dem Ende zu und wir möchten uns sehr herzlich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken.

Wir blicken voller Vorfreude auf ein gemeinsames Wirken im kommenden Jahr, mit spannenden neuen Erkenntnissen aus der Lebensmittel-Systembiologie.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ruhige und erholsame Feiertage und einen guten und vor allem gesunden Start in das neue Jahr 2024!

Mit den besten Grüßen

Veronika Somoza und Michael Paul

Spin-Off-Projekt: Analyse der Biodiversität von Glucosinolat-Verbindungen in Kohlgemüse

Kooperation des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) e.V. mit dem Leibniz-LSB@TUM

Gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München (Leibniz-LSB@TUM) hat das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) e.V. Fördergelder für die computergestützte Analyse von Metaboliten-Profilen in Kohlgemüsearten eingeworben. Das Vorhaben ergänzt die Arbeiten des „SharpGreens“ Projekts, dass der Frage nachgeht, wie die menschliche Gesundheit mithilfe von Kohlgemüse verbessert werden kann. Dort werden Kohlsorten mit einem hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Pflanzeninhaltsstoffen identifiziert, um daraus innovative Lebensmittel zu entwickeln.

Mehr ...

und weiterführende Informationen:

Food Systems Biology Database: fsbi-db.de

Sharp Greens-Projekt: igzev.de/forschung/projekte/92/sharpgreens

Leibniz-Forschungsnetzwerk „Wirkstoffe“: www.leibniz-wirkstoffe.de

November

Kaffeekonsum: Biomarker statt Selbstauskunft

Beobachtungsstudien sind hinsichtlich der von den Teilnehmenden konsumierten Kaffeemengen überwiegend auf Selbstauskünfte angewiesen. Ergänzende Untersuchungen wären daher wünschenswert, bei denen sich der Kaffeekonsum objektiv anhand von Biomarkern überprüfen ließe. Die Forschungsergebnisse einer aktuellen Pilotstudie zwischen dem Leibniz-LSB@TUM und dem ZIEL – Institute for Food & Health der Technischen Universität München deuten darauf hin, dass das Auftreten von Atractyligenin-Glykosiden im Plasma von Probandinnen und Probanden als Biomarker genutzt werden könnte, um abzuschätzen, wie viel Kaffee eine Person konsumiert hat. Im Gegensatz zu anderen Markern wie Koffein eignen sich Atractyligenin-Glykoside besonders gut, da Arabica-Kaffee das einzige Lebensmittel ist, das diese Substanzen in nennenswerten Mengen enthält.

Publikation: Lang R, Czech C, Haas M, Skurk T. Consumption of Roasted Coffee Leads to Conjugated Metabolites of Atractyligenin in Human Plasma. J Agric Food Chem. Published online November 30, 2023. doi:10.1021/acs.jafc.3c05252 https://pubs.acs.org/doi/full/10.1021/acs.jafc.3c05252

Haie schmecken Bitteres wie Menschen

Bittere Nahrung schmeckt schon seit 500 Millionen Jahren bitter, oder was auch immer ein Hai dabei empfindet. Denn Haie, die sich seit dieser Zeit getrennt von uns entwickeln, haben sehr ähnliche Bitterrezeptoren in der Schnauze wie wir Menschen. Das berichtet ein Forschungsteam vom Leibniz-LSB@TUM und der Universität Köln anhand von genetischen und biochemischen Untersuchungen. Wie es schreibt, enthalten 12 der 17 untersuchten Knorpelfisch-Genome ein Gen für einen einzigen „Ur“-Bitterrezeptor, der auch auf für Menschen bitter schmeckende Stoffe reagiert. Das zeigt, dass die Fähigkeit, Bitteres zu schmecken, in der gesamten Evolution der Wirbeltiere erhalten geblieben ist und spricht für eine oder mehrere wichtige Funktionen der Bitterrezeptoren, so das Team. Die Studienergebnisse tragen dazu bei, die Funktion von Bitterrezeptoren zu ergründen, um letztendlich die Wirkungen von bitteren Lebensmittelinhaltsstoffen besser zu verstehen.

Publikation: Behrens M, Lang T, Korsching SI. A singular shark bitter taste receptor provides insights into the evolution of bitter taste perception. Proc Natl Acad Sci U S A. 2023;120(48):e2310347120. doi:10.1073/pnas.2310347120 https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2310347120

Lesen Sie auch bei spektrum.de: Haie schmecken Bitteres wie Menschen von Lars Fischer: shorturl.at/lqtBL

29. Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft

Die 29. Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft fand vom 21. bis 22. November 2023 in Berlin statt, an der auch der Vorstand des LSB sowie die Referentin für Wissenstransfer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (u. a. im Rahmen des AK-Presse-Meetings) teilgenommen haben.

Oktober

Hemmstoffe für kleine Gruppe von Geruchsrezeptoren identifiziert

Eine kleine Gruppe von Geruchsrezeptoren, die so genannten TAARs (Trace Amine-Associated Receptors), sind darauf spezialisiert, flüchtige Amine zu erkennen, die in bestimmten Lebensmitteln vorkommen. Aufgrund der geringen Anzahl bekannter Liganden gelten sie jedoch noch als verwaiste Rezeptoren. Ein Forscherteam unter Leitung des Leibniz-LSB@TUM und des Italienischen Instituts für Technologie in Genua hat nun mithilfe eines computergestützten virtuellen Screening-Protokolls neue TAAR5-Antagonisten identifiziert. Die Antagonisten sind nun einzigartige Werkzeuge, die den Weg für die Erforschung dieses Rezeptors ebnen und neue Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen Lebensmittelinhaltsstoffen ermöglichen. Darüber hinaus kommen TAARs auch in einer Reihe anderer Gewebe und Organe außerhalb des Riechepithels vor, und die entdeckten Antagonisten könnten auch zur Entwicklung neuer Therapien gegen Depressionen, Angstzustände und neurodegenerative Erkrankungen beitragen.

Publikation: Nicoli A, Weber V, Bon C, et al. Structure-Based Discovery of Mouse Trace Amine-Associated Receptor 5 Antagonists. J Chem Inf Model. 2023;63(21):6667-6680. doi:10.1021/acs.jcim.3c00755 https://pubs.acs.org/doi/full/10.1021/acs.jcim.3c00755

@dipiziolab4407; Induced-fit docking (IFD) on mTAAR5: https://www.youtube.com/watch?v=8BNHpnvblu4 Weber V., Nicoli A. et al., JCIM 2023 (Under Revision)

Wir machen mit beim Freisinger Ernährungsdialog

Aktiv gegen Lebensmittelverschwendung

Eine spannende Runde mit Expertenwissen zu nachhaltiger Ernährung und auch zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung erwartet die Besucher: der zweite Freisinger Ernährungsdialog am 19. Oktober um 19 Uhr im Lindenkeller wird wieder die ganze Bandbreite an Fachwissen bieten. Denn noch immer sind es beispielsweise die Haushalte und nicht die Lebensmittelindustrie, die in Deutschland die meisten Lebensmittel vernichten. So landen pro Jahr über 18 Millionen Tonnen wertvolle Lebensmittel in der Tonne.

Das Leibniz-LSB@TUM nimmt mit einem Infostand teil und präsentiert die Neuauflage des "Kleinen Souci-Fachmann-Krauts" - Lebensmitteltabelle für die Praxis.

Der Freisinger Ernährungsdialog ist eine gemeinsame Veranstaltung der vhs Freising und EIT Food Central, Europas größtem Innovations-Netzwerk für Ernährung, und wird von der Stadt Freising unterstützt. Die Veranstaltung wird durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus gefördert.

Lesen Sie mehr unter:  www.vhs-freising.org/p/fachbereiche/gesellschaft/umwelt-nachhaltigkeit-und-verbraucherfragen/neu-freisinger-ernaehrungsdialog-aktiv-gegen-lebensmittelverschwendung/podiumsdiskussion-und-infomarkt-633-C-X0520

Neues Verfahren steigert Effizienz von Biochips für Hochdurchsatzanalysen

Biochips (Microarrays) sind moderne Analysewerkzeuge, die es erlauben, in einer geringen Menge von Probenmaterial gleichzeitig tausende von Einzelnachweisen durchzuführen. Ein Forschungsteam vom Leibniz-LSB@TUM und der Fakultät für Chemie der Universität Wien hat nun mit einer speziellen Methode zur Herstellung von DNA-Chips, der sogenannten photolithographischen In-situ-Synthese gezeigt, dass sich die Empfindlichkeit von Hochdurchsatzanalysen auf Microarrays durch die Verwendung von Dipodalsilanen erheblich verbessern lässt. So führte die Verwendung dieser Silane zu DNA-Arrays mit einer deutlich besseren Signalqualität und einem höheren Signal-Rausch-Verhältnis im Vergleich zu herkömmlichen Oberflächen, die mit anderen Silanen behandelt wurden. Forschende am Leibniz-Institut nutzen Genexpressions-Microarray-Analysen, um den Einfluss von Lebensmittelinhaltstoffen auf zelluläre Prozesse und damit auf die menschliche Gesundheit zu untersuchen.

Publikation: Das A, Santhosh S, Giridhar M, et al. Dipodal Silanes Greatly Stabilize Glass Surface Functionalization for DNA Microarray Synthesis and High-Throughput Biological Assays. Anal Chem. 2023;95(41):15384-15393. doi:10.1021/acs.analchem.3c03399 pubs.acs.org/doi/full/10.1021/acs.analchem.3c03399
 

Ausgezeichnete Wissenschaftlerin

Dr. Melanie Köhler, Nachwuchsgruppenleiterin am Leibniz-LSB@TUM, wurde am 5. Oktober 2023 im Rahmen des 13. Wartburg-Symposiums mit dem Nestlé Award for Excellence in Flavor Research 2023 ausgezeichnet. Ziel des Preises ist es, junge Forscherinnen und Forscher für herausragende Beiträge in der Aroma- und Geschmacksforschung zu ehren und zu fördern, die nachweislich das Potenzial haben, in innovative Produkte und Dienstleistungen für die Lebensmittelindustrie umgesetzt zu werden. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Gerade zurück vom STS-Forum in Kyoto, Japan!

Das Foto links unten zeigt Prof. Dr. Antonella Di Pizio, Arbeitsgruppenleiterin am Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München, beim #STS-Forum 2023 in Kyoto, Japan!

Sie sagt: "Die Teilnahme am STS-Forum war eine einzigartige Erfahrung. Es waren 1.500 wissenschaftliche Führungskräfte aus der ganzen Welt anwesend, darunter Fakultätsmitglieder von 80 Universitäten, wissenschaftlichen Gesellschaften und Nobelpreisträger". Prof. Di Pizio hat am 1. Oktober als Mitglied einer Leibniz-Delegation von Nachwuchsführungskräften am Forum teilgenommen (siehe Foto rechts).

Weitere Informationen:  https://www.stsforum.org/kyoto2023/

September

Ausgezeichnetes Familienbewusstsein: Zertifikat zum audit berufundfamilie erteilt bekommen

Das Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München hat am 30. September 2023 erstmals für die strategische Gestaltung seiner familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik das Zertifikat zum audit berufundfamilie erhalten.

Weitere Informationen unter ...

Neues zum Thema Bieraroma: Über 20 Jahre alte Annahme widerlegt

Freising, 28. September 2023 – Die Inhaltsstoffe des Hopfens machen Bier nicht nur haltbar und bitter, sondern können auch dessen Aroma wesentlich beeinflussen. Ein wichtiger Schlüsselgeruchsstoff im Hopfen ist das Linalool, das einen blumigen und zitrusartigen Duft besitzt. Unter Federführung des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München hat nun ein Freisinger Forschungsteam eine rund 20 Jahre alte Annahme über diesen Geruchsstoff widerlegt. Die neue Studie trägt dazu bei, Veränderungen des Bierbouquets während des Brauprozesses und der Bieralterung besser zu verstehen.

Weitere Informationen unter ...

Publikation:  Reglitz, K., Stein, J., Ackermann, J., Heigl, V., Brass, L., Ampenberger, F., Zarnkow, M. and Steinhaus, M. (2023). Enantiospecific determination of the odour threshold concentrations of (R)- and (S)-linalool in water and beer. BrewingSci 76, 92. 10.23763/BrSc23-07reglitz.
 

Book a scientist: Das Speeddating mit der Wissenschaft

Bald ist es wieder soweit: Allen Neugierigen und Wissensdurstigen macht die Leibniz-Gemeinschaft mit der kommenden „Book a Scientist“-Veranstaltung am 12. September 2023 erneut ein spannendes Angebot. Nutzen Sie Ihre Chance, sich 25 Minuten lang in einem persönlichen Gespräch mit einer Expertin oder einem Experten der Leibniz-Gemeinschaft auszutauschen und alles zu fragen, was Sie schon immer zu Ihrem Lieblingsthema wissen wollten.

Auch zwei unserer Forschenden geben Einblick in ihre Themen und ihren Arbeitsalltag, beantworten Ihre individuellen Fragen und freuen sich auf den Austausch mit Ihnen.

Geschmack: Was Sie schon immer mal wissen wollten (PD Dr. Maik Behrens)

Süßstoffe schmecken nicht wie Zucker. Bitteres ist vor allem bei Kindern unbeliebt. Doch warum ist das so? Haben Sie sich jemals gefragt, welche Rolle Gene bei Geschmacksvorlieben spielen, oder warum viele Menschen den Geschmack von Parmesankäse und Süßigkeiten lieben, während Katzen nicht in der Lage sind, Süßes zu schmecken? Wussten Sie schon, dass Chicorée weniger bitter schmeckt, wenn man zuvor Kaffee getrunken hat, und dass sich Geschmacksrezeptoren nicht nur auf der Zunge finden? Erfahren Sie, wie der Geschmackssinn auf molekularer Ebene funktioniert und welche faszinierenden Erkenntnisse die molekulare Geschmacksforschung bereithält. PD Dr. Maik Behrens, Molekularbiologe und Arbeitsgruppenleiter am Leibniz-LSB@TUM, wird Ihnen spannende Einblicke in diese Forschung geben.

Wissenswertes über Craft-Biere und natürliches Bieraroma (Dr. Klaas Reglitz)

Brauerinnen und Brauer dürfen für die Bierherstellung keine anderen Zutaten verwenden als Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Zumindest wenn sie nach dem deutschen Reinheitsgebot brauen. Dennoch ist die Aromenvielfalt der verschiedenen Biersorten, ob mit oder ohne Alkohol, erstaunlich groß. Welche Rolle Hopfensorten mit klangvollen Namen wie Citra, Eureka, Simcoe und Apollo zum Beispiel für das Aroma eines Craft-Bieres spielen und was man beachten sollte, um das typische Bouquet eines solchen Bieres möglichst lange zu erhalten, weiß Dr. Klaas Reglitz. Der diplomierte Brau- und Getränketechnologe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Food Metabolome Chemistry am Leibniz- LSB@TUM und wird Ihnen die Geheimnisse des Bieraromas und die Rolle verschiedener Hopfensorten enthüllen.

August

Das Leibniz-LSB@TUM gratuliert

Herzliche Glückwünsche an Assoz. Prof. Dr. Antonella Di Pizio, Leiterin der Forschungsgruppe Molecular Modeling am Leibniz-LSB@TUM. Seit dem 1. August 2023 ist die erfolgreiche Nachwuchswissenschaftlerin Associate Professor for Chemoinformatics and Protein Modeling at the Department of Molecular Life Sciences at the School of Life Sciences.

Kurzprofil Assoz. Prof. Dr. Antonella Di Pizio: https://www.leibniz-lsb.de/institut/mitarbeiterinnen/dipizio/

Damit Sie wissen, was drin ist!

Lebensmitteltabelle für die Praxis - Der kleine Souci/Fachmann/Kraut

Entdecken Sie die vom Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München komplett überarbeitete und aktualisierte 6. Auflage der Lebensmitteltabelle! Sie bietet geprüfte Daten zu mehr als 60 Inhaltsstoffen in über 360 Lebensmitteln, übersichtlich gegliedert nach Lebensmittelgruppen.

Wussten Sie schon, wie viel Omega-3-Fettsäuren im Lachs stecken? Oder welches Milchprodukt die beste Calciumquelle ist? Mit unserem neuen Ratgeber finden Sie es heraus!

Was erwartet Sie:

  • Geprüfte Daten zu Kalorien, Vitaminen und Aminosäuren
  • Informationen zu Bananen, Eiern, Hühnerfleisch, Parmesan und Zwiebeln - und vielem mehr!

Bleiben Sie informiert und treffen Sie bewusste Entscheidungen für Ihre Ernährung.  Mit der neuen Lebensmitteltabelle sind Sie bestens informiert!

Jetzt verfügbar unter: https://www.deutscher-apotheker-verlag.de/Lebensmitteltabelle-fuer-die-Praxis/9783804743335

Forschungsteam identifiziert menschlichen Geruchsrezeptor für Pferdestallgeruch

Freising, 01. August 2023
Para-Kresol ist eine aromatische Verbindung, die stark nach Pferdestall riecht. Sie trägt in einigen Lebensmitteln zu einem Fehlgeruch bei, ist aber auch als charakteristischer Geruchsstoff in Whiskysorten und Tabak sowie im Urin verschiedener Säugetiere nachweisbar. Ein Forschungsteam unter Führung des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München hat nun herausgefunden, mit welchem Geruchsrezeptor Menschen para-Kresol wahrnehmen.

Weitere Informationen unter ...

Publikation:  Haag, F., Frey, T., Hoffmann, S., Kreissl, J., Stein, J., Kobal, G., Hauner, H., and Krautwurst, D. (2023). The Multi-Faceted Food Odorant 4-Methylphenol Selectively Activates Evolutionary Conserved Receptor OR9Q2. Food Chem 426, 136492. 10.1016/j.foodchem.2023.136492.

Förderung: Die ersten Phasen dieser Forschung wurden teilweise durch ein Kooperationsprojekt mit der Altria Group Inc. in Richmond, VA, USA, finanziert. Gerd Kobal war in der Anfangsphase Mitarbeiter von Altria.

 

Juli

Neue Rolle für Geschmacksrezeptoren: Bitterrezeptoren könnten als endogene Sensoren für Gallensäuren dienen

Freising, 03. Juli 2023
Geschmacksrezeptoren für Bitteres finden sich nicht nur auf der Zunge, sondern auch auf Zellen außerhalb des Mundraums. Wie eine neue Studie des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München nun zeigt, kämen extraorale Bitterrezeptoren auch als endogene Sensoren für Gallensäuren infrage. Diese Entdeckung legt nahe, dass neben Nahrungsbestandteilen auch körpereigene Substanzen die Evolution der Bitterrezeptoren beeinflusst haben könnten. Ferner liefert die Studie neue Ansätze, um gesundheitliche Effekte von Lebensmittelinhaltstoffen zu erforschen, an denen extraorale Bitterrezeptoren beteiligt sind.

Weitere Informationen unter ...

Publikation:  Ziegler, F., Steuer, A., Di Pizio, A., and Behrens, M. (2023). Physiological Activation of Human and Mouse Bitter Taste Receptors by Bile Acids. Communications Biology 6, 612. 10.1038/s42003-023-04971-3.

Juni

Nachruf auf Herrn Prof. Dr. Werner Grosch (1934-2023)

Das Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München trauert um Herrn Professor Werner Grosch, der im Mai 2023 verstorben ist. Wir nehmen Abschied von einem hochgeachteten Kollegen, renommierten Wissenschaftler und Forscher, dessen Arbeit ganz der analytischen Lebensmittelchemie gewidmet war.

Lesen Sie weiter unter ...

Die Kombi macht’s: Haferflocken- plus Maggi-Duft ergibt Walnussaroma

Freising, 14. Juni 2023
Ein Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München hat das Aroma von Walnusskernen analysiert und den zugrundeliegenden „Geruchsstoffcode“ entschlüsselt. Wie das Team erstmals zeigt, entsteht das typische Walnussaroma durch die Kombination zweier Geruchsstoffe, die in den Nüssen ungefähr in einem Eins-zu-eins-Verhältnis vorliegen. Es handelt sich um die nach Maggi riechende Substanz Sotolon, die als Einzelkomponente unter anderem das Aroma von Liebstöckel prägt. Die zweite Verbindung mit dem Namen (2E,4E,6Z)Nona-2,4,6-trienal ist aus Haferflocken bekannt und dort für den typischen Geruch verantwortlich.

Weitere Informationen unter ...

Publikation: Stübner, C. A. and Steinhaus, M. (2023). Sotolon and (2E,4E,6Z)‑Nona-2,4,6-trienal Are the Key Compounds in the Aroma of Walnuts. J Agric Food Chem 71, 7099-7108. 10.1021/acs.jafc.3c01002.
 

Mai

Menschliche Immunzellen reagieren auf Süßstoffe

Freising, 16. Mai 2023
Diätgetränke enthalten oft einen Mix aus Süßstoffen, die nach dem Konsum auch ins Blut gelangen. Wie eine neue Pilotstudie zeigt, genügen bereits verzehrübliche Aufnahmemengen von Saccharin, Acesulfam-K und Cyclamat, um in weißen Blutkörperchen die Ableserate verschiedener Gene zu modulieren. „Unsere Daten lassen annehmen, dass diese Modulation die Immunzellen in einen Zustand versetzt, der sie empfindlicher auf Immunstimuli reagieren lässt. Ebenso weisen sie darauf hin, dass Geschmacksrezeptoren als Süßstoffsensoren des zellulären Immunsystems fungieren könnten“, sagt Dietmar Krautwurst vom Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München.

Weitere Informationen unter ...

Publikation:  Skurk, T., Krämer, T., Marcinek, P., Malki, A., Lang, R., Dunkel, A., Krautwurst, T., Hofmann, T.F., and Krautwurst, D. (2023). Sweetener system intervention shifted neutrophils from homeostasis to priming. Nutrients 15, 1260. 10.3390/nu15051260.

Nachlese zu den Münchner Wissenschaftstagen

Drei Tage lang volles Haus und viele interessante Gespräche mit "Jung und Alt" am Stand des Leibniz-LSB@TUM in der wunderschönen Halle 1 des Deutschen Museums (Verkehrszentrum). Besonders beliebt waren unser Gummibärchen-Experiment und der Geruchstest.

Münchner Wissenschaftstage vom 05. Mai bis zum 07. Mai 2023

im Verkehrszentrum des Deutschen Museums

Programm:  https://forscha.de/fo/rahmenprogramm

Öffnungszeiten & Anfahrt:  forscha.de/fo/besucher

Wir vom Leibniz-LSB@TUM sind mit dabei. Besucht unseren Stand in Halle 1, wir freuen uns auf Euch!

Süß, sauer, salzig, bitter, umami? Taucht ein in den Kosmos der chemischen Sinne und testet Euren Geruchs- und Geschmackssinn. Beim Mitmachen, Ausprobieren und im Expertengespräch erfahrt Ihr nicht nur Wissenswertes über die molekularen Grundlagen des Riechens und Schmeckens, sondern erhaltet auch Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Lebensmittel-Systembiologie. Bei Sensoriktests könnt Ihr prüfen, ob Ihr alltägliche Lebensmittel, Küchenkräuter und Gewürze am Geruch erkennt. Mithilfe des „Gummibärchen-Geschmackstests“ findet Ihr heraus, wie wichtig unsere Nase für ein komplettes Geschmackserlebnis ist. Wer ausprobieren mag, wie Geschmacksstoffe und Bitterrezeptoren nach dem „Schlüssel-Schloss-Prinzip“ auf molekularer Ebene interagieren, für den steht ein ca. 30 cm großes Rezeptormodell bereit.

April

Hoher Besuch am Leibniz-Institut

Frau Prof. Dr. Martina Brockmeier, Präsidentin der Leibniz-Gemeinschaft, besuchte das Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München am 20.04.2023

März

WaterTopCost-Meeting am Leibniz-LSB@TUM

Vom 22. bis zum 24. März trafen sich zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen eines von Andreas Dunkel, Dr. Guangjuan Luo und PD Dr. Martin Steinhaus organisierten Treffens am Leibniz-LSB@TUM. Ein Ziel des Meetings war es, den Prototyp einer frei verfügbaren Online-Datenbank weiterzuentwickeln, die dabei helfen soll, sensorische Fehlnoten in Wasser einzuordnen. Hierzu wird die Datenbank unter anderem analytische Parameter wie Retentionsindices, Schwellenwerte und sensorische Qualitäten zur Verfügung stellen. Idealerweise sollen die Informationen künftig dazu beitragen, frühzeitig Probleme wie Algenbefall oder Cyanobakterien zu erkennen.

Zudem arbeiteten die Teilnehmenden im Rahmen des Meetings an der Entwicklung eines interaktiven "flavor wheels". Es fasst Geschmacks- und Geruchsfehlnoten in Wasser und deren auslösende Verbindungen zusammen. Das Tool wird in viele Sprachen übersetzt werden, um die Verwendung eines einheitlichen Vokabulars in der Sensorik von Wasser voranzubringen.

Nachlese zur "Spring School"

From Omics to Systems Biology – Research for Food, Nutrition & Health

Eine Nachlese zur einwöchigen Veranstaltung finden Sie hier:

https://www.dife.de/details-startseite/leibniz-trio-organisierte-spring-school-from-omics-to-systems-biology-414/

Tsendmaa Tsengenbayar, Promovierende der Nachwuchsgruppe Neuronale Schaltkreise am Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke fasst ihre Eindrücke rückblickend zusammen:

“Die Workshop-Tage der Spring School waren für mich eine der schönsten akademischen Erfahrungen. Diese Tage boten mir die Gelegenheit, mein bisher begrenztes Verständnis der Systembiologie zu erweitern, mich mit anderen Forschern aus verschiedenen Leibniz-Instituten zu vernetzen und neue Ideen auszutauschen. Das inspirierte mich dazu, meine Forschungsideen im Bereich der Neurowissenschaften der Ernährung zu erweitern. Die Einführung in die ergänzenden Themen war sehr informativ und lehrreich, wobei ich nützliche Instrumente für meine tägliche akademische Reise gelernt habe.“

Wir freuen uns schon auf die "Spring School"

From Omics to Systems Biology – Research for Food, Nutrition & Health

6. bis 10. März 2023 am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE)

Die Spring School ist eine gemeinsame Initiative des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ), des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) und des LSB. Sie richtet sich an Promovierende und Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der drei Institute und soll einen Einblick in neue Forschungsansätze, Werkzeuge und Methoden a uf dem Gebiet der Omics-Technologien, Bioinformatik, Stoffwechselwege und Systembiologie geben.

Darüber hinaus werden in der Spring School auch ergänzende Themen wie Forschungsethik, Datenmanagement und die Gestaltung grafischer Zusammenfassungen (graphical abstracts) behandelt. Die gemeinsame Lernerfahrung der Teilnehmenden aller drei Institute wird ihnen die Möglichkeit geben, sich mit den jungen Forschenden aus den jeweils anderen Instituten sowie den eingeladenen Expertinnen und Experten zu vernetzen und auszutauschen.

Gefördert durch die Joachim Herz Stiftung.

Link zum Download des Programms

Februar

Scharfstoff aus Ingwer versetzt Immunzellen in erhöhte Alarmbereitschaft

Ingwer steht in dem Ruf das Immunsystem zu stimulieren. Neue Ergebnisse des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München (Leibniz-LSB@TUM) unterstützen nun diese These. So versetzten im Laborversuch geringe Mengen eines Ingwerscharfstoffs weiße Blutkörperchen in erhöhte Alarmbereitschaft. Wie die Studie zudem zeigt, ist an diesem Prozess ein Rezeptortyp beteiligt, der für die Wahrnehmung von schmerzhaften Hitzereizen sowie das Schärfeempfinden von Speisen eine Rolle spielt.

Weitere Informationen unter ...

Publikation:  Andersen, G., Kahlenberg, K., Krautwurst, D., and Somoza, V. (2022). [6]-Gingerol Facilitates CXCL8 Secretion and ROS Production in Primary Human Neutrophils by Targeting the TRPV1 Channel. Mol Nutr Food Res, e2200434. 10.1002/mnfr.202200434.

Januar

Chicorée, „Muckefuck“ und Röstkaffee geben neue Einblicke in Mechanismen der Geschmackswahrnehmung

Die Komposition der Lebensmittel, aber auch die Speisenabfolge sind für das perfekte Geschmackserlebnis eines Menüs entscheidend. Diese auf Erfahrungswerten beruhende Erkenntnis ist altbekannt. Die molekularen Ursachen für die genusssteigernden Effekte sind hingegen noch wenig erforscht. Am Beispiel von Chicorée, Ersatz- und Röstkaffee erklärt nun erstmals eine Studie des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München (LSB), warum die Reihenfolge, in der wir Lebensmittel essen, für die Bittergeschmackswahrnehmung ausschlaggebend sein kann und welche Rolle Bitterrezeptoren dabei spielen.

Weitere Informationen unter ...

Publikation: Lang, R., Lang, T., Dunkel, A., Ziegler, F., and Behrens, M. (2022). Overlapping activation pattern of bitter taste receptors affect sensory adaptation and food perception. Frontiers. 10.3389/fnut.2022.1082698. https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnut.2022.1082698/full

Masterandin vom LSB erhält Silesia-Forschungspreis

Jeany Werner, Masterandin des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München (LSB), hat am 11. Januar 2023 den Silesia-Clemens Hanke Master of Science Preis erhalten. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Das Thema der von Prof. Veronika Somoza und Dr. Philip Pirkwieser betreuten Arbeit lautet: Untersuchungen zur zellulären Aufnahme geschmacksaktiver Kupfer- und Bleisalze/Studies on cellular uptake of taste-active copper and lead salts. Bereits seit 2017 unterstützt die Silesia-Clemens Hanke Stiftung Bachelor-, Master- und Promotions-Absolventen der Lebensmittelchemie an der Technischen Universität München (TUM) und zeichnet jährlich die jahrgangsbesten Abschlussarbeiten an der TUM School of Life Sciences mit ihren Forschungspreisen aus.

Das LSB gratuliert allen Beteiligten ganz herzlich!